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Zuzüge, Wegzüge


Zuwanderung bleibt in etwa auf Vorjahresniveau

Die Bevölkerungszunahme im Kanton Thurgau wird stark vom Wanderungsverhalten bestimmt. In der jüngeren Vergangenheit tragen neben den Einwanderungen aus dem Ausland auch die Zuzüge aus anderen Kantonen zum Wachstum bei.

Im Jahr 2015 lag der Wanderungssaldo (Zuzüge minus Wegzüge) bei insgesamt 2'779 Personen. Seit 2013 nimmt dieser ab, 2015 allerdings nur geringfügig (-41 Personen). Vor allem die Nettozuwanderung aus dem Ausland liess nach (-385 Personen), die Zuzüge aus anderen Kantonen fielen per Saldo hingegen höher aus als ein Jahr zuvor (+344 Personen). Im Ergebnis bewegte sich der Wanderungssaldo beinahe auf Vorjahresniveau.

Das Bevölkerungswachstum, welches auf den Geburtenüberschuss (Geburten minus Todesfälle) zurückzuführen ist, betrug 2015 rund 850 Personen. Obwohl der Geburtenüberschuss zuletzt so hoch war wie seit 15 Jahren nicht mehr, trägt er in viel geringerem Ausmass zum Bevölkerungswachstum bei als die Wanderungsbewegungen.

-> mehr zum Thema Geburten, Todesfälle
Bevölkerungsbilanz

Wanderungsbewegungen (international und interkantonal)
Kanton Thurgau, 2012-2015, in Anzahl Personen

  2012 2013 2014 2015
Wanderungssaldo 3'914 3'692  2'820   2'779
Zuzüge (inkl. Statuswechsel)  11'618  11'755  11'501 11'425
Wegzüge  7'704  8'063  8'681  8'646

Datenquelle: Bundesamt für Statistik, STATPOP 
 

Weniger Einwanderung aus dem Ausland, zunehmende Auswanderung

Im Jahr 2015 wanderten rund 3'520 Personen aus dem Ausland in den Thurgau ein. Vor zwei, drei Jahren waren es noch rund 3'800 Einwanderungen gewesen. Weitere 930 Personen zählten 2015 zur "Einwanderung", weil sie beispielsweise keine Kurzaufenthalter mehr waren oder länger als 12 Monate in der Schweiz wohnten. Die sogenannten Statuswechsel von der nichtständigen zur ständigen Wohnbevölkerung haben in den letzten Jahren an Gewicht gewonnen.

Den insgesamt 4'450 Einwanderungen (inkl. Statuswechsel) standen 2'623 Auswanderungen gegenüber, was einem internationalen Wanderungssaldo von rund 1'830 Personen entspricht. Der Saldo ist um 385 Personen tiefer als im Vorjahr. Zum abnehmenden Wanderungssaldo führten einerseits die verminderten Einwanderungen (274 Personen) und andererseits die höhere Zahl der Auswanderungen (111 Personen). Die Entwicklung der letzten Jahre, die tendenziell eine abnehmende Einwanderung und zunehmende Auswanderung aufweist, hat sich damit fortgesetzt.

Die Zuwanderung in den Thurgau fiel 2015 etwas tiefer aus als im gesamtschweizerischen Schnitt. Gemessen an der Bevölkerungszahl betrug 2015 der internationale Wanderungssaldo 6,9 Personen je Tausend Einwohner. Genauso viel Nettozuwanderung aus dem Ausland erzielte auch der Nachbarkanton Schaffhausen, der Kanton St. Gallen leicht weniger. Der gesamtschweizerische Schnitt lag bei 8,7 Personen je Tausend Einwohner. Die höchsten Zuwanderungsüberschüsse aus dem Ausland verzeichneten die Kantone Genf, Basel-Stadt und Waadt.

Viele neue Einwohner aus anderen Kantonen

Im Vergleich zu anderen Kantonen fällt der Thurgau vor allem mit seiner hohen Nettozuwanderung aus anderen Kantonen auf. 2015 rangierte er mit seinem interkantonalen Wanderungssaldo gemeinsam mit Zug an erster Stelle der Kantone (gemessen an der Einwohnerzahl).

Im Jahr 2015 zogen rund 7'000 Personen aus anderen Kantonen zu und etwa 6'000 vom Thurgau in einen anderen Kanton weg. Im Ergebnis lag der interkantonale Wanderungssaldo 2015 bei rund 950 Personen, 350 Personen mehr als im Vorjahr. In den Jahren 2012 und 2013 war die interkantonale Nettozuwanderung mit über 1'200 Personen noch etwas deutlicher ausgefallen. Neben dem Thurgau und dem Kanton Zug verzeichnete 2015 auch der Kanton Freiburg viele Zuzüge aus anderen Kantonen. Zwölf Kantone registrierten eine Binnenabwanderung.

Gachnang mit viel Zuwachs aus anderen Kantonen und dem Thurgau

Die meisten Zuzüge finden innerhalb des Kantons statt. Dies entsprach 2015 rund 10'200 Zuzüge. Betrachtet man sämtliche Zuzüge im Thurgau nach Herkunft, so kamen 47 % der Zugezogenen aus einer Thurgauer Gemeinde (Vorjahr 46 %), 32 % aus einem anderen Kanton und 21 % aus dem Ausland.

Einen vergleichsweise hohen Zuwanderungsüberschuss aus dem Thurgau verzeichneten 2015 die Gemeinden Gachnang und Amriswil (rund 80 Personen). Weggezogen in eine andere Thurgauer Gemeinde wurde am zahlreichsten von Kreuzlingen (100 Personen per Saldo).

Der Wanderungsüberschuss aus anderen Kantonen war in Aadorf am höchsten (140 Personen per Saldo), gefolgt von Gachnang (120), Sirnach (90), Wilen (70) und Erlen (50).

Frauenfeld zog am meisten Zuzüger aus dem Ausland an (179 Personen per Saldo). Im Vorjahr war es noch die Grenzstadt Kreuzlingen gewesen, welche am meisten Nettoeinwanderungen verbuchte. Neben Frauenfeld verzeichneten auch Arbon und Weinfelden einen relativ hohen Zuwanderungsüberschuss (rund 110 und 100 Personen).


Daten und weitere Informationen

Tabellen

Ebene Kanton, Bezirke und Gemeinden
Wanderungssaldo der Bevölkerung, 1993-2015
Zuzüge, Wegzüge, Wanderungssaldo (je international, interkantonal, intrakantonal) der Bevölkerung, 2011-2015

Datenquelle: Bundesamt für Statistik, STATPOP

Die Wanderungsbewegungen nach Geschlecht und Nationalität (Schweiz, Ausland) können der Tabelle zur Bevölkerungsbilanz  entnommen werden (Ebene Kanton, Bezirk und Gemeinden).

Thematische Karten

Bild einer thematischen KarteMit dem Thurgauer Themenatlas werden statistische Daten in Form von Karten visualisiert.

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Erhebung und Begriffe

Die Ausführungen auf dieser Internetseite basieren auf der Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) des Bundesamtes für Statistik. Informationen finden Sie auf der Seite Erhebungen (Bevölkerung).

Begriffserklärungen und Definitionen finden Sie im Glossar.

Weitere Informationen

Dienststelle für Statistik Kanton Thurgau
Bevölkerungsstand (gemäss kantonaler Erhebung)
Bevölkerungsbilanz
Einbürgerungen, Doppelbürger

Bundesamt für Statistik
Migration und Integration (Internationale Wanderung bzw. Binnenwanderung)