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Zuzüge, Wegzüge

Weniger Zuzüge und mehr Wegzüge

Die Bevölkerungszunahme im Kanton Thurgau wird stark vom Wanderungsverhalten bestimmt. Neben den Einwanderungen aus dem Ausland tragen auch die Zuzüge aus anderen Kantonen zum Wachstum bei.
Im Jahr 2016 lag der Wanderungssaldo (Zuzüge minus Wegzüge) bei rund 2‘350 Personen. Dies sind etwa 400 Personen weniger als im Vorjahr. Seit vier Jahren nimmt der Wanderungssaldo ab. Davor, im Jahr 2012, hatte der Saldo einen Höchststand von knapp 4‘000 Personen erreicht.

Für den Rückgang im Jahr 2016 gaben zwei Entwicklungen den Ausschlag: Einerseits nahmen die Zuzüge in den Thurgau ab und andererseits gab es mehr Wegzüge aus dem Thurgau. Die Wegzüge legten sowohl Richtung Ausland als auch Richtung andere Kantone zu. Bei den Zuzügen war die Entwicklung unterschiedlich: Es gab weniger Zuzüge aus anderen Kantonen, aber etwas mehr Einwanderungen aus dem Ausland. Im Ergebnis belief sich die Nettozuwanderung aus dem Ausland auf 1‘760 Personen und die kantonale Nettozuwanderung auf 590 Personen.

Der Geburtenüberschuss (Geburten minus Todesfälle) trug 2016 mit rund 900 Personen zum Bevölkerungswachstum bei. Obwohl der Geburtenüberschuss zuletzt so hoch war wie vor etwa 20 Jahren, ist er für das Bevölkerungswachstum weit weniger ausschlaggebend als die Wanderungsbewegungen (2‘350 Personen).

-> mehr zum Thema Geburten, Todesfälle
Bevölkerungsbilanz

Wanderungsbewegungen (international und interkantonal)
Kanton Thurgau, 2012-2016, in Anzahl Personen

  2012 2013 2014 2015 2016
Wanderungssaldo 3'914 3'692  2'820   2'779 2'354
Zuzüge (inkl. Statuswechsel)  11'618  11'755  11'501 11'425 11'281
Wegzüge  7'704  8'063  8'681  8'646 8'927

Datenquelle: Bundesamt für Statistik, Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP )

Zunehmende Abwanderung ins Ausland

Im Jahr 2016 wanderten rund 3'420 Personen aus dem Ausland in den Thurgau ein. Weitere 1‘130 Personen zählten zur "Einwanderung", weil sie beispielsweise keine Kurzaufenthalter mehr waren oder länger als 12 Monate in der Schweiz wohnten. Die sogenannten "Statuswechsel" von der nichtständigen zur ständigen Wohnbevölkerung haben gegenüber dem Vorjahr an Gewicht gewonnen.

Den insgesamt 4'550 Einwanderungen (inkl. Statuswechsel) standen 2'780 Auswanderungen gegenüber, was einem internationalen Wanderungssaldo von rund 1'760 Personen entspricht. Der Saldo ist um 63 Personen tiefer als im Vorjahr. Zum abnehmenden Wanderungssaldo führte vor allem die höhere Zahl der Auswanderungen (+160 Personen). Die Entwicklung der letzten Jahre mit einer zunehmenden Auswanderung hat sich damit fortgesetzt. Die Tendenz einer abnehmenden Einwanderung  hat sich 2016 hingegen nicht bestätigt. Die Einwanderungen nahmen um knapp 100 Personen zu.
Auch in der Gesamtschweiz haben die Auswanderungen etwas stärker zugenommen als die Einwanderungen (inkl. Statuswechsel). Der internationale Wanderungssaldo betrug 2016 im gesamtschweizerischen Schnitt 8,5 Personen je Tausend Einwohner, im Thurgau waren es 6,6 Personen je Tausend Einwohner. In den Nachbarkantonen Zürich, Schaffhausen und St. Gallen war die Nettozuwanderung teils deutlich höher (ZH: 9,9 Personen je Tausend Einwohner, SH: 9,8 und SG: 7,5). Die höchsten Zuwanderungsüberschüsse aus dem Ausland verzeichneten - wie im Vorjahr - die Kantone Basel-Stadt, Waadt und Genf.


Weniger Zuzüge aus anderen Kantonen

Im schweizweiten Vergleich fällt der Thurgau vor allem mit seiner hohen Nettozuwanderung aus anderen Kantonen auf. Im Jahr 2016 zogen rund 6'700 Personen aus anderen Kantonen zu und etwa 6'100 wechselten vom Thurgau in einen anderen Kanton. Obwohl die Zuzüge ab- und die Wegzüge zunahmen, fiel der interkantonale Wanderungssaldo mit 590 Personen immer noch vergleichsweise hoch aus (-360 Personen gegenüber dem Vorjahr).

Der Kanton Thurgau war 2016 der Kanton mit der vierthöchsten Binnenzuwanderung - gemessen an der Einwohnerzahl. Höher war die Zuwanderung nur in den Kantonen Freiburg, Aargau und Basel-Landschaft. Im Jahr 2015 hatte der Thurgau im interkantonalen Vergleich sogar den ersten Platz belegt.
14 Kantone registrierten 2016 eine Binnenabwanderung.

Besonders ausgeprägt war die interkantonale Nettozuwanderung in den Thurgau mit über 1'200 Personen in den Jahren 2012 und 2013 gewesen.


Daten und weitere Informationen

Tabellen

Ebene Kanton, Bezirke und Gemeinden

Wanderungssaldo der Bevölkerung, 1993-2016
Zuzüge, Wegzüge, Wanderungssaldo (je international, interkantonal, intrakantonal) der Bevölkerung, 2011-2016

Datenquelle: Bundesamt für Statistik, STATPOP

Die Wanderungsbewegungen nach Geschlecht und Nationalität (Schweiz, Ausland) können der Tabelle zur Bevölkerungsbilanz  entnommen werden (Ebene Kanton, Bezirk und Gemeinden).

Thematische Karten

Bild einer thematischen KarteMit dem Thurgauer Themenatlas werden statistische Daten in Form von Karten visualisiert.

Vordefinierte Karte öffnen:

Erhebung und Begriffe

Die Ausführungen auf dieser Internetseite basieren auf der Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) des Bundesamtes für Statistik. Informationen finden Sie auf der Seite Erhebungen (Bevölkerung).

Begriffserklärungen und Definitionen finden Sie im Glossar.

Weitere Informationen

Dienststelle für Statistik Kanton Thurgau
Bevölkerungsstand (gemäss kantonaler Erhebung)
Bevölkerungsbilanz
Einbürgerungen, Doppelbürger

Bundesamt für Statistik
Migration und Integration (Internationale Wanderung bzw. Binnenwanderung)