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Zuzüge, Wegzüge

Weniger Zuzüge aus dem Ausland

In den vergangenen Jahren ist die Bevölkerung im Kanton Thurgau stark gewachsen. Den Ausschlag gaben vor allem die Zuzüge aus dem Ausland. Inzwischen haben diese nachgelassen. Zudem ziehen immer mehr Menschen aus dem Thurgau ins Ausland weg, was das Wachstum ebenfalls abschwächt. Der Wanderungssaldo mit dem Ausland (Einwanderungen minus Auswanderungen) betrug 2017 1‘260 Personen. Im Jahr zuvor waren es noch 1‘760 Personen gewesen. Die meisten Zugewanderten hatten (per Saldo) eine deutsche, ungarische, polnische oder italienische Staatsangehörigkeit.

Anders als die Zuzüge aus dem Ausland haben jene aus anderen Kantonen in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Im Jahr 2017 zogen 970 Menschen mehr in den Thurgau zu als vom Thurgau in andere Kantone wegzogen. Der Saldo ist höher als im Vorjahr (-> mehr).

Vor fünf Jahren, im Jahr 2012, hatte der Wanderungssaldo (Zuzüge minus Wegzüge aus dem In- und Ausland) mit beinahe 4‘000 Personen den Höchststand erreicht. Seither sinkt er und betrug 2017 rund 2‘230 Personen.

 

Neben den Zu- und Abwanderungen bestimmen auch Geburten und Todesfälle das Bevölkerungswachstum. Der Geburtenüberschuss (Geburten minus Todesfälle) machte 2017 etwa einen Viertel des Bevölkerungswachstums aus, was rund 820 Personen entsprach.

-> mehr zum Thema Bevölkerungsstand
 Bevölkerungsbilanz, Komponenten Bevölkerungswachstum
Geburten, Todesfälle

Etwa 3‘000 Menschen haben ihren Wohnsitz ins Ausland verlegt

Im Jahr 2017 sind 2‘890 Menschen aus dem Thurgau ins Ausland gezogen. Dies sind gut 100 Personen mehr als im Vorjahr. Die Auswanderungen nehmen seit einigen Jahren kontinuierlich zu, was - neben den abnehmenden Einwanderungen -  den internationalen Wanderungssaldo bremst.

Über 1'000 Personen sind nach Deutschland gezogen. Weitere Zielstaaten waren u. a. Portugal, Italien, Polen und Spanien. Jeder vierte Auswanderer hatte einen Schweizer Pass. Die Schweizerinnen und Schweizer zogen - neben Deutschland - oft in die Vereinigten Staaten, nach Thailand und in das Vereinigte Königreich.

In der Gesamtschweiz nehmen wie im Thurgau die Einwanderungen in der Tendenz ab und die Auswanderungen zu. Die höchsten Zuwanderungsüberschüsse aus dem Ausland verzeichneten 2017 Genf und Basel-Stadt.

 


Mehr Zuzüge aus anderen Kantonen

Der Thurgau fällt im schweizweiten Vergleich bereits seit einigen Jahren durch viele Zuzüge aus anderen Kantonen auf. Im Jahr 2017 zogen beinahe 7‘000 Personen aus anderen Kantonen zu und etwa 6‘000 wechselten vom Thurgau in einen anderen Kanton. Die Nettozuwanderung (Saldo zwischen Zu- und Wegzügen) hat mit 970 Personen gegenüber dem Vorjahr um 380 Personen zugelegt. Der Anstieg ist sowohl auf mehr Zuzüge als auch auf weniger Wegzüge in andere Kantone zurückzuführen.

Noch etwas ausgeprägter war die Nettozuwanderung in den Thurgau in den Jahren 2012 und 2013 mit über 1'200 Personen gewesen (vgl. Komponenten des Bevölkerungswachstums).

Die Hälfte der Kantone verzeichnete 2017 eine Binnenabwanderung. Von diesen Kantonen ziehen mehr Menschen in andere Kantone weg als von anderen Kantonen zu.

 

Zuzüger kommen oft aus Winterthur

Häufig kommen Neuzugezogene aus dem  Bezirk Winterthur. Fast 1‘100 Personen zogen 2017 von dort in den Thurgau. Aber es wechselten auch 860 Personen vom Thurgau nach Winterthur (Saldo: 230 Personen). Aus den Wahlkreisen Rorschach, Wil und St. Gallen wurde ebenfalls oft zugezogen (Saldo zwischen 160-180 Personen).

Vom Thurgau weggezogen wird nach Zürich

Anders ist die Wanderungsbewegung mit dem Bezirk Zürich: Dort ziehen mehr Thurgauer hin als umgekehrt Zürcher in den Thurgau wechseln. 2017 verlegten 430 Personen ihren Hauptwohnsitz nach Zürich, 270 Personen wechselten von Zürich in den Thurgau.

Am häufigsten wird innerhalb des Kantons umgezogen

"Gezügelt" wird hauptsächlich innerhalb des Kantons. Im Jahr 2017 verlegten etwa 10‘200 Einwohner ihren Wohnsitz in eine andere Thurgauer Gemeinde. Betrachtet man sämtliche Neuanmeldungen nach Herkunft, so kommt fast jeder zweite Zugezogene aus einer Thurgauer Gemeinde und jeder fünfte aus dem Ausland.

Beliebte Zuzugsgemeinden für die Bevölkerung anderer Thurgauer Gemeinden waren 2017 Münchwilen, Frauenfeld, Romanshorn, Matzingen und Diessenhofen. Weggezogen in eine andere Thurgauer Gemeinde wurde u. a. von Hefenhofen, Salmsach und Sirnach.

Die Grenzstadt Kreuzlingen zog mit Abstand die meisten Zuzüger aus dem Ausland an. Aber auch in Arbon, Amriswil, Münsterlingen und Weinfelden liessen sich viele Neuankömmlinge aus dem Ausland nieder.

Karte 1: Wanderungssaldo nach Gemeinden
Zuzüge minus Wegzüge aus dem In- und Ausland, Kanton Thurgau, 2017, in Personen

Karte 2: Internationaler Wanderungssaldo nach Gemeinden
Einwanderungen minus Auswanderungen, Kanton Thurgau, 2017, in Personen

Karte 3: Wanderungssaldo mit anderen Thurgauer Gemeinden
Zuzüge von anderen Gemeinden minus Wegzüge in andere Gemeinden, 2017, in Personen


Daten und weitere Informationen

Tabellen

Ebene Kanton, Bezirke und Gemeinden
Zuzüge, Wegzüge, Wanderungssaldo (je international, interkantonal, intrakantonal), 2011-2017
Wanderungssaldo der Bevölkerung, 1993-2017

Die Wanderungsbewegungen nach Geschlecht und Nationalität (Schweiz, Ausland) können der Tabelle zur Bevölkerungsbilanz  entnommen werden (Ebene Kanton, Bezirk und Gemeinden).

Thematische Karten

Bild einer thematischen KarteMit dem Thurgauer Themenatlas werden statistische Daten in Form von Karten visualisiert.

Vordefinierte Karte öffnen:

Erhebung und Begriffe

Die Ausführungen auf dieser Internetseite basieren auf der Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) des Bundesamtes für Statistik. Informationen finden Sie auf der Seite Erhebungen (Bevölkerung).

Ziehen ausländische Staatsangehörige aus dem Ausland zu, so ist ihre Aufenthaltsbewilligung bei der Einwanderung massgebend. Bei den obigen Ausführungen wird die Wanderung der ständigen Wohnbevölkerung betrachtet (ausländische Personen mit Anwesenheitsbewilligungen länger als 12 Monate). Bei einer Bewilligung (Ausweis L, F oder N) für einen Aufenthalt unter 12 Monaten verzeichnen die ausländischen Staatsangehörigen eine Wanderungsbewegung der sogenannten „nichtständigen Wohnbevölkerung“.

Tritt eine Person von der nichtständigen in die ständige Wohnbevölkerung über (durch Wechsel der Aufenthaltsbewilligung), so zählt diese Person wie „neu“ eingewandert. Im Jahr 2017 gab es 740 Übertritte von der nichtständigen zur ständigen Wohnbevölkerung. Die sogenannten "Statuswechsel" haben gegenüber dem Vorjahr an Gewicht verloren (-390 Statuswechsel).

Weitere Begriffserklärungen und Definitionen finden Sie im Glossar.

Weitere Informationen

Dienststelle für Statistik Kanton Thurgau
Bevölkerungsstand (gemäss kantonaler Erhebung)
Bevölkerungsbilanz
Einbürgerungen, Doppelbürger

Bundesamt für Statistik
Migration und Integration (Internationale Wanderung bzw. Binnenwanderung)