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Bevölkerung (Erhebungen)

Angaben zur Wohnbevölkerung im Kanton Thurgau stammen aus verschiedenen Datenquellen:

Aufgrund unterschiedlicher Bevölkerungskonzepte und Erhebungsmethoden sind die einzelnen Datenquellen nicht direkt miteinander vergleichbar - je nach Fragestellung ist die eine oder andere Datenquelle heranzuziehen.


Revision der Kantonalen Bevölkerungserhebung im Berichtsjahr 2015

In der kantonalen Bevölkerungsstatistik erfasst die Dienststelle für Statistik jeweils per 31. Dezember den Bestand der ständigen Wohnbevölkerung. Die Erhebung ist massgebend für den Finanzausgleich der Politischen Gemeinden sowie für die Verteilung der Grossratsmandate auf die Bezirke. Zudem dient sie verbreitet als Verteilschlüssel für Kosten und Erträge.

Mit Stichtag vom 31. Dezember 2015 wurde die Bevölkerungsstatistik des Kantons Thurgau revidiert (Regierungsratsbeschluss Nr. 809 vom 27.10.2015). Die Änderungen betreffen den Produktionsprozess und die Definition der Bevölkerung.

Erstellung der Bevölkerungsstatistik aus dem Personen- und Objektregister PEROB
Bisher meldeten die Einwohnerämter der Politischen Gemeinden per Papierfragebogen aggregierte Daten an die Dienststelle für Statistik. Neu werden die Daten aus dem kantonalen Personen- und Objektregister PEROB gewonnen. Die neue Lösung entlastet die Gemeinden und verbessert die Qualität der Bevölkerungsstatistik, da für alle Gemeinden der Bestand nach den gleichen Regeln und Abgrenzungen ermittelt wird. Zudem können die Datenbedürfnisse durch vielfältigere Auswertungsmöglichkeiten besser erfüllt werden.

Anpassung des Bevölkerungsbegriffs
Zeitgleich mit der Umstellung der Statistikproduktion wird der in der kantonalen Bevölkerungsstatistik verwendete Bevölkerungsbegriff so weit als möglich jenem des Bundesamtes für Statistik angeglichen. Aus diesem Grund werden neu auch die Kurzaufenthalter mit einer Aufenthaltsbewilligung von zwölf Monaten oder mehr in der kantonalen Bevölkerungsstatistik berücksichtigt. Folgende Bevölkerungsgruppen mit Hauptwohnsitz im Kanton Thurgau zählen demnach ab dem Berichtsjahr 2015 zum Bestand:

Alle übrigen Personengruppen zählen weiterhin nicht zum Bestand. Durch unterschiedliche Definitionen, Datenquellen und Zeiträume für Berücksichtigung von Nachmeldungen können die ausgewiesenen Bestände von jenen des Bundes (STATPOP) abweichen.

Der Übergang zum neuen System verursachte in der kantonalen Bevölkerungsstatistik einen einmaligen Strukturbruch in den Zeitreihen. Die erhebungsbedingte Bevölkerungszunahme lag bei 0,4 Prozent oder 970 Personen. Die verwendeten Vorjahresvergleiche im Jahr 2015 sind jedoch um die revisionsbedingte Auswirkungen bereinigt.

Tabelle zu den Auswirkungen der Revision auf Ebene Kanton, Bezirk und Gemeinden:
->  Auswirkungen der Revision


Eidgenössische Volkszählung

Von der Vollerhebung hin zur registergestützen Erhebung: Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP)

Die eidgenössische Volkszählung war bislang eine Vollerhebung über die Bevölkerung der Schweiz und fand zwischen 1850 und dem Erhebungsjahr 2000 in der Regel alle 10 Jahre statt. Ende 2010 wurde die erste registerbasierte eidgenössische Volkszählung gestartet. In der sogenannten Registererhebung werden nun grundlegende Informationen zum Bestand und der Struktur der Wohnbevölkerung (Alter, Geschlecht, Zivilstand, Nationalität, Zahl und Grösse der Haushalte etc.) primär aus Einwohnerregistern der Gemeinden zusammen mit Daten aus weiteren Informationssystemen gewonnen (z.B. ZEMIS des Staatssekretariats für Migration). Die neue Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) wird zudem jährlich durchgeführt.

Mit dem Systemwechsel wird der grösste Teil der Bevölkerung vom Ausfüllen des Fragebogens entlastet (es bleiben Stichprobenerhebungen -> Strukturerhebung). Ein weiterer Vorteil sind die deutlich geringeren Kosten und die erweiterte thematische Breite. Allerdings wird ein Teil der Informationen - nämlich diejenigen, die auf Befragungen einer Stichprobe beruhen - künftig nicht mehr so kleinräumig zur Verfügung stehen wie in den bisherigen Volkszählungen. Repräsentative Ergebnisse aus der Strukturerhebung werden also nur für die grösseren Thurgauer Gemeinden vorliegen.

Zur ständigen Wohnbevölkerung zählen gemäss Bundesamt für Statistik:

Die Verwendung von STATPOP-Daten empfiehlt sich, wenn die Entwicklung im Thurgau mit derjenigen in anderen Kantonen oder in der Schweiz verglichen werden soll. Auch für Zeitreihenanalysen nach Geschlecht oder Nationalität sowie für die Analyse von Wanderungsbewegungen ist auf STATPOP abzustützen (oder bis 2010: auf ESPOP und die früheren Volkszählungen).

Bei der Analyse von Daten aus früheren Volkszählungsergebnissen gilt darüber hinaus zu berücksichtigen, dass die ehemalige Volkszählung auf dem Konzept der Wohnbevölkerung nach wirtschaftlichem Wohnsitz basiert. Der wirtschaftliche Wohnsitz ist die Gemeinde, in der sich eine Person die meiste Zeit aufhält, deren Infrastruktur sie benützt und von der aus sie den täglichen Weg zum Arbeits- bzw. Ausbildungsort aufnimmt. Erfasst wurden bis 2000 in den Volkszählungsdaten also beispielsweise auch Saisonarbeiter (Ausweis A) oder Kurzaufenthalter (Ausweis L) mit einer Aufenthaltsdauer von weniger als 12 Monaten.

Weitere Informationen
-> Bundesamt für Statistik Die neue Volkszählung - Das SystemEidgenössische Volkszählung (1850-2000)


Strukturerhebung

Die Strukturerhebung wird seit 2010 vom Bundesamt für Statistik als repräsentative Stichprobenerhebung im Rahmen der neuen registergestützten Volkszählung durchgeführt. Sie ergänzt die Informationen aus der Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) und der Gebäude- und Wohnungsstatistik (GWS). Die Erhebung liefert Informationen zu den Themen Bevölkerung, Haushalte, Familie, Wohnen, Arbeit, Mobilität, Bildung, Sprache und Religion.

Zur Grundgesamtheit zählen die Personen der ständigen Wohnbevölkerung, die mindestens 15 Jahre alt sind und in einem Privathaushalt wohnen. Aus der Grundgesamtheit ausgeschlossen werden neben Personen, die in Kollektivhaushalte leben, auch Diplomaten, internationale Funktionäre und deren Angehörige.

Die Antworten der Personen werden gewichtet und hochgerechnet, um Rückschlüsse auf die Gesamtbevölkerung ziehen zu können. Alle auf der Basis einer Stichprobe ermittelten Werte sind mit einer gewissen Unsicherheit behaftet, welche mit Vertrauensintervallen quantifiziert wird. Je mehr Beobachtungen der Hochrechnung zugrunde liegen oder desto kleiner das Vertrauensintervall ist, umso genauer sind die Resultate. Das Vertrauensintervall gibt den Bereich an, in welchem sich der wahre Wert des Merkmals mit einer 95%-igen Wahrscheinlichkeit befindet.

Gewisse Ergebnisse der Strukturerhebung sind über drei Jahre kumuliert (oder „gepoolt“). Die Kumulierung der Daten von drei aufeinanderfolgenden Strukturerhebungen erlaubt es, die Genauigkeit zu erhöhen und auch Aussagen zu kleineren Gruppen oder Regionen zu treffen. Durch den Vergleich von Dreijahresserien können Veränderungen bei Resultaten, die sich von Jahr zu Jahr wenig unterscheiden, besser aufgezeigt werden. Sie sind als Mittelwert der Jahre zu interpretieren. Seitens der Dienststelle für Statistik werden für den Kanton Thurgau alle fünf Jahre die gepoolten Daten aus drei Jahren näher betrachtet. Derzeit liegen Ergebnisse aus den gepoolten Daten der Strukturerhebungen 2010, 2011 und 2012 vor. Die nächste Dreijahresserie wird sich auf die Jahre 2015, 2016 und 2017 beziehen.

Weitere Informationen
-> Bundesamt für Statistik, Strukturerhebung


Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung (BEVNAT)

Aus der BEVNAT-Statistik des Bundesamtes für Statistik stammen jährlich Informationen über Geburten, Heiraten, Scheidungen, Todesfälle, Adoptionen, eingetragene Partnerschaften etc. Sie liefert wichtige Eckwerte für die Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP).

Weitere Informationen
-> Bundesamt für Statistik, BEVNAT


Zentrales Migrationsinformationssystem (ZEMIS)

Im zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) des Staatssekretariats für Migration werden Daten aus dem Ausländer- und Asylbereich geführt. Die ZEMIS-Daten können ergänzend herangezogen werden. Sie fliessen auch in die STATPOP-Statistik des Bundesamtes für Statistik.

Weitere Informationen
-> Staatssekretariat für Migration SEM, Statistiken


Statistik des jährlichen Bevölkerungsstandes (ESPOP), bis 2010

Die vom Bundesamt für Statistik durchgeführte Statistik des jährlichen Bevölkerungsstandes (ESPOP) war eine Bevölkerungsfortschreibung, welche ausgehend von der Bevölkerungszahl zu Beginn eines Kalenderjahres über die natürlichen Bevölkerungs- und die Wanderungsbewegungen den Bevölkerungsstand per Ende des Kalenderjahres ermittelte. Zugrunde lag ein zivilrechtlicher Wohnbevölkerungsbegriff (im Gegensatz zum wirtschaftlichen Wohnbevölkerungsbegriff bei früheren Volkszählungen). Zur Überwindung von Mängeln und Lücken im Datenmaterial kamen ergänzend mathematische Analysemethoden, Schätzverfahren und Modellrechnungen zur Anwendung. ESPOP wurde 1981 eingeführt und mit dem Berichtsjahr 2011 vollständig von STATPOP abgelöst.
Weitere Informationen
-> Bundesamt für Statistik, ESPOP (1981-2010)