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Haushalte (Anzahl und Grössenstruktur)

Anstieg der Ein- und Zweipersonenhaushalte

Ende 2015 gab es knapp 114'000 Privathaushalte im Kanton Thurgau. Dies sind etwa 1'900 Haushalte mehr als im Vorjahr. Am meisten nahmen Ein- und Zweipersonenhaushalte zu. Bei den Einpersonenhaushalte betrug der Zuwachs 890 Haushalte, bei den Zweipersonenhaushalte rund 850.

Insgesamt setzten sich zwei Drittel der Haushalte aus einer oder zwei Personen zusammen. Im Durchschnitt betrug 2015 die Haushaltsgrösse 2,31 Personen. Die Haushalte sind im Thurgau damit nach wie vor etwas grösser als in der Gesamtschweiz mit 2,25 Personen.

Seit dem Jahr 2000 haben vor allem Zwei- und Dreipersonenhaushalte zugenommen

Die Zahl der Haushalte hat seit der Jahrtausendwende um fast 25 % zugenommen. Am stärksten zugelegt haben dabei die Zweipersonenhaushalte (+38 %). Die Zahl der Dreipersonenhaushalte wuchs - mit etwas Abstand - am zweitstärksten (+29 %). Bis zum Jahr 2000 waren es vor allem die Einpersonenhaushalte gewesen, die auf dem Vormarsch waren. Seither hat sich jedoch der Anteil der Singlehaushalte am Total der Haushalte stabilisiert (Grafik 1). Rückläufig ist die Zahl der Haushalte mit fünf Personen oder mehr. Sie ist von rund 8'400 im Jahr 2000 auf 7'760 Haushalte im Jahr 2015 gesunken (-7 %).

Grafische Darstellung

Grosse Gemeinden mit vielen Singlehaushalten

Überdurchschnittlich viele Einpersonenhaushalte gibt es im Kanton Thurgau in den Städten sowie in den Gemeinden am Untersee. In Kreuzlingen wohnt in vier von zehn Haushalten nur eine Person. Damit weist Kreuzlingen einen doppelt so hohen Anteil an Einpersonenhaushalten auf wie die Gemeinden Braunau, Roggwil und Bussnang, wo in etwa 20 % der Haushalte nur eine Person wohnt.

Haushalte mit fünf Personen oder mehr werden im Kanton immer seltener. Am häufigsten gibt es sie aber noch in den Gemeinden Schönholzerswilen und Wuppenau. Während kantonsweit in 7 % der Haushalte mehr als vier Personen wohnen, sind in diesen beiden Gemeinden 13 % der Haushalte fünfköpfig oder grösser.

In jedem zehnten Haushalt wohnen ältere Menschen allein

Von den insgesamt 114'000 Privathaushalten lebte in 12'200 Haushalten eine ältere Person von 65 Jahren oder älter allein. Gemessen an allen Haushalten betrifft dies jeden zehnten Haushalt, gemessen an den Einpersonenhaushalten ist es jeder dritte. Junge Menschen unter 25 Jahren wohnen selten alleine (1'400 Haushalte). Betrachtet man die grösseren Gemeinden mit mehr als 10'000 Einwohnerinnen und Einwohnern, so verzeichnen Frauenfeld und Amriswil einen relativ hohen Anteil von jungen Alleinlebenden (etwas mehr als 5 % der Einpersonenhaushalte). In Amriswil leben gleichzeitig auch viele ältere Menschen allein: 36 % der Einpersonenhaushalte in Amriswil (in Frauenfeld sind es 31 %, kantonsweit 34 %). In kleineren Gemeinden ist der Anteil der Haushalte mit alleinlebenden Rentnerinnen oder Rentnern teils deutlich höher als in den Städten.

Viele Haushalte haben Platz zum Wohnen

Jeder zweite Thurgauer Haushalt bewohnt 4 bis 5 Zimmer. Dabei kann es sich um ein Einfamilienhaus oder um eine Wohnung im Mehrfamilienhaus handeln. Eine Wohneinheit mit 4 Zimmern wird am häufigsten von einer oder zwei Personen bewohnt: in rund 42 % der 4-Zimmerwohnungen leben zwei Personen, in 23 % wohnt eine Person.
Ein vierköpfiger Haushalt lebt wiederum oft in einer Wohneinheit mit 5 oder mehr Zimmern (66 % der 4-Personen-Haushalte). Auf der anderen Seite des Spektrums gibt es aber auch Haushalte, die in ausgesprochenen bescheidenen Platzverhältnissen wohnen. So teilen sich 4 % der 4-Personen-Haushalte eine 3-Zimmerwohnung.

Grafische Darstellung

-> mehr zum Thema
Wohnverhältnisse, Wohneigentum
Familien, Haushaltsformen


Publikation, Daten und weitere Informationen

Publikation zum Thema

Weitere Resultate können der Statistischen Mitteilung Nr. 4/2016 entnommen werden.
Migration, Sprachen und Religionen im Kanton Thurgau

Tabellen

Ebene Kanton, Bezirke und Gemeinden
Privathaushalte nach Haushaltsgrösse und durchschnittliche Haushaltsgrösse, 2012-2015

Datenquelle: Bundesamt für Statistik, STATPOP

Ebene Kanton
Privathaushalte nach Haushaltsgrösse, 1970-2015 

Datenquelle: Bundesamt für Statistik, STATPOP (ab 2010), Eidg. Volkszählungen (1970-2000)

Ebene Kanton, gepoolte Daten 2010/2012
Privathaushalte nach Anzahl Personen und Zimmerzahl, 2010/2012
Privathaushalte nach Zimmerzahl, 2010/2012

Datenquelle: Bundesamt für Statistik, Strukturerhebungen

 

Thematische Karten

Mit dem Thurgauer Themenatlas werden statistische Daten in Form von Karten visualisiert.

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Erhebungen und Begriffe

Die Daten zu den Privathaushalten stammen einerseits aus der registergestützten Erhebung des Bundesamtes für Statistik (STATPOP) und andererseits aus der Strukturerhebung - einer Stichprobenerhebung. Aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmethoden können sich aus diesen beiden Quellen unterschiedliche Zahlen ergeben. STATPOP ist die Referenzquelle für die Anzahl und die Grösse der Haushalte, während die Strukturerhebung eine Typologisierung der Haushalte unter Berücksichtigung der familiären Beziehungen oder Wohnverhältnisse erlaubt.

Ergebnisse aus Stichproben sind mit gewissen Unschärfen behaftet. Wie gross der Unschärfebereich ist, wird durch das Vertrauensintervall angezeigt. Dieses gibt den Bereich an, in dem sich der wahre Wert für die Gesamtbevölkerung mit 95%-iger Wahrscheinlichkeit befindet. Indem Stichproben aus mehreren Jahren zusammengelegt ("gepoolt") werden, kann der Unschärfebereich verkleinert werden. Zudem ermöglicht das Zusammenlegen von Stichproben, abhängig von der Fragestellung, Auswertungen für kleinere Gruppen oder Regionen (Ebene Gemeinden) zu erstellen.

Die hier präsentierten Ergebnisse "Privathaushalte nach Zimmerzahl" stammen aus den gepoolten Daten der Jahre 2010, 2011 und 2012. Sie sind als Mittelwert dieser Jahre zu interpretieren.

Weitere Informationen zu den einzelnen Erhebungen finden Sie auf der Seite Bevölkerung (Erhebungen).

Begriffserklärungen und Definitionen finden Sie im Glossar.

Weitere Informationen

Dienststelle für Statistik Kanton Thurgau
Familien, Haushaltsformen
Wohnverhältnisse, Wohneigentum
Mietpreise

Bundesamt für Statistik
Haushalte
Familien