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Aussenhandel

Thurgauer Exporte stabilisierten sich zuletzt

Die Thurgauer Exportwirtschaft leidet weiterhin unter der starken Frankenaufwertung, jedoch flacht die Abwärtsbewegung allmählich ab. Im vierten Quartal 2016 nahmen die Exporte sogar wieder zu, der Wert der exportierten Güter lag um 3,3 % über dem Vorjahresstand.

Im Gesamtjahr 2016 ging das wertmässige Exportvolumen aus dem Kanton Thurgau nach dem starken Einbruch im Jahr 2015 (-12,2 %) noch einmal leicht um 0,7 % zurück. Insgesamt wurden Waren im Wert von 3,584 Mrd. Franken in andere Länder exportiert. Mengenmässig nahmen die Exporte um 8 % zu.

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Die folgende Grafik veranschaulicht die Auswirkungen von Änderungen im Euro-Devisenkurs auf die Thurgauer Exportwirtschaft. Die Frankenaufwertung im Januar 2015 führte in erster Linie zu einem wertmässigen (und weniger zu einem mengenmässigen) Rückgang der Exporte, d. h., die Thurgauer Exporteure mussten deutlich niedrigere Margen verkraften.

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Maschinenbau stark betroffen

Nachdem im Jahr 2015 die wertmässigen Exporte in praktisch allen Branchen rückläufig waren, gab es im Jahr 2016 erste Aufhellungen. Insbesondere die Maschinenindustrie machte im Jahresverlauf deutlich Boden gut. Nach einem massiven Einbruch um 16 % im ersten Quartal 2016 nahm der Auslandsabsatz von Maschinen im vierten Quartal wieder um gut 4 % zu.

Im Gesamtjahr 2016 gab es die grössten Einbussen gegenüber dem Vorjahr bei der Ausfuhr von Fahrzeugen (-7 %) und Maschinen, Apparaten und Elektronik (-4 %). Präzisionsinstrumente konnten nach dem starken Rückgang im Jahr 2015 die stärkste Erholung verzeichnen (+6 %). In den Bereichen "Textilien, Bekleidung, Schuhe", "Leder, Kautschuk, Kunststoffe" und Metalle konnten die Zuwächse im Jahr 2016 die Verluste aus dem Vorjahr überkompensieren.

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Maschinen und Metalle wichtige Pfeiler für den Thurgauer Aussenhandel

Die Erzeugnisse der Maschinen- und Metallindustrie sind die bedeutendsten Exportgüter des Kanton Thurgau. Sie machen zusammen die Hälfte der Warenausfuhren aus. Ebenfalls gewichtig ist die Fahrzeugsparte.

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Exporte in die EU auf Vorjahresniveau

Beinahe drei Viertel aller Verkäufe gehen in den EU-Raum. Im Jahr 2016 stiegen die Exporte in die EU minim an. Dabei nahmen vor allem Ausfuhren nach Finnland, Italien und Polen deutlich zu. Markante Ausfuhrrückgänge gab es nach Ungarn, Schweden, Serbien und Frankreich.

Auch nach Deutschland, dem wichtigsten Handelspartner des Thurgaus, nahmen die Exporte ab. Mit -2,4 % lag der Rückgang aber deutlich unter dem starken Einbruch des Vorjahres (-12,4 %). Der Exportrückgang nach Deutschland war auf gedrückte Margen zurückzuführen, mengenmässig stiegen die Ausfuhren ins nördliche Nachbarland um 8 %.

Deutschland mit Abstand wichtigster Handelspartner

Exporte nach Deutschland machen 31 % des Thurgauer Ausfuhrvolumens aus. Danach folgen die USA (8,5 %). Weitere bedeutende Handelspartner waren im Jahr 2016 Italien, Frankreich und Finnland (5 % oder mehr).

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Investitionsgüter werden am häufigsten exportiert

Investitionsgüter machen die Hälfte aller Exporte aus dem Thurgau aus, Rohstoffe und Halbfabrikate gut ein Drittel. Weitere knapp 16 % entfallen auf Konsumgüter.

Bei den Rohstoffen und Halbfabrikaten konnte im Jahr 2016 ein leichtes Exportplus gegenüber dem Vorjahr erzielt werden, in den übrigen Warenarten lag der Exportrückgang bei unter 2,5 %.

 -> Aktuellste Quartalsergebnisse
der Exporte und Importe


Mehrimporte von Halbfabrikaten und Investitionsgütern

Der Thurgau in ein Industriekanton. Dies ist auch bei den importierten Gütern sichtbar: 35 % der importierten Güter sind Rohstoffe und Halbfabrikate und weitere 31 % Investitionsgüter. Konsumgüter machen 30 % der Importe aus.

In der Gesamtschweiz bilden die Konsumgüter mit 50 % das wichtigste Einfuhrgut. Lediglich 25 % sind auf Investitionsgüter und 22 % Rohstoffe und Halbfabrikate. 

Die Importe in den Kanton Thurgau lagen im Jahr 2016 wertmässig um 0,3 % unter dem Vorjahreswert. Gegenüber 2015 wurden insbesondere vermehrt Rohstoffe (+11 %), Maschinen und Apparate (+5 %) eingeführt.  Abgenommen hat demgegenüber die Einfuhr von Rohöl- und Basisprodukten (- 36 %) sowie Nutzfahrzeugen (-26%).

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Die Hälfte der Einfuhren aus Deutschland

46 % aller Güter wurden 2016 aus Deutschland eingeführt. Italien und Österreich sind die nächstwichtigen Handelspartner, wobei ihr Anteil an den gesamten Importen aber unter 10 % liegt. Insgesamt stammen 82 % aller Importgüter aus dem EU-Raum.


Handelsbilanz bleibt negativ

2016 nahm das Aussenhandelsdefizit gegenüber dem Vorjahr leicht zu. Bereits seit 2010 weist der Kanton Thurgau eine negative Handelsbilanz aus.

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Der Bereich der Investitionsgüter erzielte 2016 erneut - im Gegensatz zu allen anderen Warengruppen - einen Handelsbilanzüberschuss. Das höchste Defizit gab es im Bereich der Konsumgüter.

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Das negative Aussenhandelsergebnis rührte in erster Linie vom deutlichen Defizit mit der EU, allen voran mit Deutschland, her. Auch im Handel mit den asiatischen Transformationsländern, insbesondere mit China, gab es mehr Importe als Exporte. Die grössten Exportüberschüsse wurden dagegen im Handel mit den USA und Finnland erzielt.


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