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Aussenhandel

Die Thurgauer Exportwirtschaft erholt sich. Im Jahr 2017 wurden Waren im Wert von rund 3,687 Mrd. Franken exportiert. Das sind 2,9 % mehr als im Vorjahr. Die mengenmässige Ausfuhr wuchs im gleichen Masse.

Starke Zuwächse in der Chemie- und Pharmaindustrie

Besonders erfreulich entwickelte sich die Chemie- und Pharmaindustrie mit einem Exportzuwachs um knapp 16 %. Der für die Thurgauer Exportwirtschaft besonders wichtige Maschinenbau sowie die Metallindustrie konnten ebenfalls erfreuliche Anstiege von gut 6 % bzw. 4 % verzeichnen. Die stärksten Einbussen gab es in der Fahrzeugindustrie.

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Die Hälfte aller Exporte aus dem Kanton Thurgau entfällt auf Maschinen und Metalle. Auch die Fahrzeugsparte ist mit 16 % gewichtig. Der Anteil der Chemie- und Pharmaindustrie erhöhte sich auf knapp 10 %

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Starke Zuwächse der Exporte nach Deutschland, Italien und in die Niederlande

Drei Viertel der Exporte aus dem Thurgau gehen in die EU. Im Jahr 2017 stiegen die Ausfuhren in die EU um kräftige 7,4 %. Dies ist u. a. auf kräftige Mehrausfuhren nach Deutschland (+9,4 %), Italien (+22,3 %) und die Niederlande (+120 %) zurückzuführen.

Deutschland ist mit Abstand der wichtigste Handelspartner

Die Exporte nach Deutschland machen 32 % des Thurgauer Ausfuhrvolumens aus. Italien folgt an zweiter Stelle mit 7% vor den USA und den Niederlanden (je über 5 %).
 

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Investitionsgüter werden am häufigsten exportiert

Knapp die Hälfte aller Exportgüter sind Investitionsgüter. Weitere 34 % sind Rohstoffe und Halbfabrikate. Rund 16 % sind Konsumgüter. Nach Deutschland werden vor allem Halbfabrikate und Zwischenprodukte ausgeführt (41,6%). Investitionsgüter betragen hier nur 37 %.

Am stärksten fiel der Exportzuwachs im Jahr 2017 bei den Konsumgütern aus (+5,1 %). Aber auch Rohstoffe und Halbfabrikate sowie Investitionsgüter wurden 2017 vermehrt ausgeführt.

Einbussen der Vorjahre noch nicht wettgemacht

Trotz der Exporterholung im Jahr 2017 hat die Thurgauer Exportwirtschaft die markanten  Einbussen der Vorjahre noch nicht wettgemacht. In den letzten zwei Jahrzehnten blieb die Wachstumsdynamik der Thurgauer Exporte hinter der gesamtschweizerischen zurück.

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-> Aktuellste Quartalsergebnisse im Thurgauer Wirtschaftsbarometer


Importiert werden vor allem Rohstoffe, Halbfabrikate und Investitionsgüter

Der Thurgau ist ein Industriekanton. Dies ist auch bei den importierten Gütern sichtbar. 35 % der importierten Güter sind Rohstoffe und Halbfabrikate, weiter 34 % Investitionsgüter. Konsumgüter machen 29 % der Importe aus.

In der Gesamtschweiz bilden die Konsumgüter mit 50 % das wichtigste Einfuhrgut. Investitionsgüter machen 24 % und Rohstoffe und Halbfabrikate 21 % der Einfuhren aus.

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Deutlicher Anstieg der Importe

Die Importe in den Thurgau stiegen im Jahr 2017 wertmässig deutlich an (+8,6 %). Vor allem Investitionsgüter (+16,5 %) und Rohstoffe und Halbfabrikate (+7,9 %) wurden vermehrt eingeführt. Die Importe von Konsumgütern stiegen mit 1,6 % verhältnismässig moderat an.

Gegenüber 2016 wurden insbesondere mehr Rohöl- und Basisprodukte (+32 %) und Nutzfahrzeuge (+26 %) in den Thurgau eingeführt. Die Einfuhr dieser Produkte war im Vorjahr jedoch massiv eingebrochen. Maschinen und Apparate verzeichneten einen Importzuwachs von +17 % (Vorjahr +5 %). Bei den Dauerhaften Konsumgütern ging die Einfuhr um 4,7 % zurück.

Grossteil der Einfuhren aus Deutschland

43 % aller Produkte werden aus Deutschland eingeführt. China, Italien und Österreich sind die nächstwichtigen Handelspartner, wobei ihr Anteil an den gesamten Importen aber jeweils unter 10 % liegt.

Insgesamt stammen 80 % aller Importgüter aus dem EU-Raum.


Aussenhandelsdefizit stark angestiegen

2017 nahm das Aussenhandelsdefizit gegenüber dem Vorjahr massiv auf 851 Mio. Franken zu. Bereits seit 2010 weist der Kanton Thurgau eine negative Handelsbilanz auf.

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Einzig im Bereich der Investitionsgüter konnte ein positiver Aussenhandelsergebnis erzielt werden, wenngleich das Ergebnis des Vorjahres deutlich unterschritten wurde.
Das höchste Defizit gab es bei den Konsumgütern.

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Das negative Aussenhandelsdefizit rührte in erster Linie vom deutlichen Defizit mit der EU, allen voran mit Deutschland. Auch im Handel mit China gab es deutlich mehr Importe als Exporte. Einen nennenswerten Exportüberschuss gab es hingegen im Handel mit den Aussereuropäischen Industrieländern.


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