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Aussenhandel

In den meisten Branchen stiegen 2018 die Exporte

Die Thurgauer Exportwirtschaft gewann im Verlauf des Jahres 2018 deutlich an Schwung. Insgesamt wurden 2018 Waren im Wert von rund 3,744 Mrd. Franken exportiert. Das sind 1,5 % mehr als im Vorjahr. Damit erholten sich die Exporte nach dem markanten Einbruch im Jahr 2015 weiter.
Die mengenmässige Ausfuhr wuchs  2018 mit knapp 14 % deutlich stärker.

 

Mit Ausnahme der Fahrzeugindustrie stiegen die Exporte auf breiter Front

In den meisten Branchen stiegen die Exporte deutlich. Erfreuliche Mehrausfuhren gab es besonders in der Maschinenindustrie und bei den Präzisionsinstrumenten. Gedrückt wurde das Gesamtergebnis durch die Fahrzeugsparte – sie musste empfindliche Einbussen hinnehmen.

 

Mehr als die Hälfte aller Exporte aus dem Kanton Thurgau entfällt auf Maschinen und Metalle. Der Anteil der Fahrzeugindustrie ist im Jahr 2018 gesunken. Er trug lediglich 11 % zu den Ausfuhren bei, im Vorjahr waren es noch 16 % gewesen. Der Anteil der Chemie- und Pharmaindustrie liegt mit 10 % nur unwesentlich niedriger.

 

Starke Zuwächse der Exporte nach Polen, Dänemark und Deutschland

Drei Viertel der Exporte aus dem Thurgau gehen in die EU, allen voran Deutschland. Im Jahr 2018 stiegen die Ausfuhren in die EU um 1,3 %. Dies ist u. a. auf kräftige Mehrausfuhren nach Polen, Dänemark und Deutschland zurückzuführen.

Deutschland ist mit Abstand der wichtigste Handelspartner

Die Exporte nach Deutschland machen ein Drittel des Thurgauer Ausfuhrvolumens aus. Die USA folgen mit 7 % an zweiter Stelle vor Italien, Polen und Frankreich (je über 5 %).

 


Investitionsgüter werden am häufigsten exportiert

Aus dem Kanton Thurgau werden vor allem Investitionsgüter exportiert. Sie machen 44 % aller Exporte aus. Rohstoffe und Halbfabrikate tragen zu 39 % und Konsumgüter zu 16 % zu den Ausfuhren bei.
Während die Ausfuhr von Investitionsgütern im Jahr 2018 infolge der Minderausfuhren der Fahrzeugindustrie um 9 % sank, stieg der Export von „Halbfabrikaten und Zwischenprodukten“ um kräftige 15 % an.

Insbesondere nach Deutschland wurden im Jahr 2018 Halbfabrikate und Zwischenprodukte ausgeführt. Ihr Anteil an den Gesamtexporten nach Deutschland beträgt 40,6 %, während Investitionsgüter nur 38 % ausmachen.

 

 

-> Aktuellste Quartalsergebnisse im Thurgauer Wirtschaftsbarometer


Importiert werden vor allem Rohstoffe, Halbfabrikate und Investitionsgüter

Der Thurgau ist ein Industriekanton. Dies ist auch bei den importierten Gütern sichtbar. 36 % der importierten Güter sind Rohstoffe und Halbfabrikate, weitere 32 % Investitionsgüter. Konsumgüter machen 28 % der Importe aus.

In der Gesamtschweiz bilden die Konsumgüter mit 50 % das wichtigste Einfuhrgut. Investitionsgüter machen 23 % und Rohstoffe und Halbfabrikate 22 % der Einfuhren aus.

 

Deutlicher Anstieg der Importe

Die Importe in den Thurgau stiegen im Jahr 2018 wertmässig erneut deutlich an (+9,1 %). Vor allem Rohstoffe und Halbfabrikate (+13,7 %) wurden vermehrt eingeführt. Dabei trug insbesondere die Nachfrage nach „Halbfabrikaten und Zwischenprodukten für die übrige Industrie und das verarbeitende Gewerbe“ zum Anstieg bei. Die Importe von Investitionsgütern nahmen mit rund 5 % deutlich schwächer zu als im Vorjahr. Vor allem „Maschinen und Apparate“ wurden vermehrt eingeführt. Die Einfuhr von Konsumgütern stieg um 7 %.

Grossteil der Einfuhren aus Deutschland

43 % aller Produkte werden aus Deutschland eingeführt. China, Italien und Österreich sind die nächstwichtigen Handelspartner, wobei ihr Anteil an den gesamten Importen aber jeweils unter 10 % liegt.

Insgesamt stammen 80 % aller Importgüter aus dem EU-Raum.


Aussenhandelsdefizit stark angestiegen

2018 nahm das Aussenhandelsdefizit gegenüber dem Vorjahr noch einmal massiv auf 1‘200 Mio. Franken zu. Bereits seit 2010 weist der Kanton Thurgau eine negative Handelsbilanz auf.

 

Einzig im Bereich der Investitionsgüter konnte noch ein kleines positiver Aussenhandelsergebnis erzielt werden . Mehr als die Hälfte des gesamten Handelsdefizit geht auf Konsumgüter zurück.

Das negative Aussenhandelsdefizit rührte in erster Linie vom deutlichen Defizit mit der EU, allen voran mit Deutschland. Auch im Handel mit China gab es deutlich mehr Importe als Exporte. Einen nennenswerten Exportüberschuss gab es hingegen im Handel mit den Aussereuropäischen Industrieländern.


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