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Sozialhilfequoten

Sozialhilfequote nimmt leicht zu

Gemäss der Schweizerischen Sozialhilfestatistik des Bundesamtes für Statistik waren im Kanton Thurgau 2015 rund 4'621 Personen teilweise oder ganz auf Sozialhilfe angewiesen. Mit einem Plus von 142 Personen oder 3,2 % ist die Zunahme jedoch schwächer als im Vorjahr. Im Ergebnis stieg der Anteil der Sozialhilfebeziehenden an der Gesamtbevölkerung auf 1,8 %. Dies ist die zweite Zunahme in Folge, nachdem die Sozialhilfequote zuvor während fünf Jahren bei 1,6 % lag (Grafik 1). Gesamtschweizerisch ist die Sozialhilfequote deutlich höher (2014: 3,2 %).

Die Sozialhilfebeziehenden verteilten sich auf rund 3'150 Fälle. Pro Sozialhilfefall wurden im Schnitt 1,47 Personen unterstützt.

88 % der Fälle bezogen sich auf Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger, die in Privathaushalten leben, 10 % auf Personen in stationären Einrichtungen, Heimen oder in begleitetem Wohnen. In wenigen Fällen haben die unterstützten Personen gar keine feste Unterkunft (2 %).

2015 konnten 918 Fälle abgeschlossen werden. 28 % dieser Fälle wurden geschlossen, weil eine Erwerbstätigkeit aufgenommen werden konnte, ein weiteres Fünftel, weil die Bezügerinnen und Bezüger weggezogen waren. Bei 9 % der Dossiers fehlte der Grund für die Beendigung.

Kennzahlen Sozialhilfestatistik
Kanton Thurgau, 2013–2015

  2013 2014 2015
Sozialhilfefälle 2'845 3'037 3'148
Unterstützte Personen 4'201 4'479 4'621
Sozialhilfequote, in % 1,6 1,7 1,8
Abgeschlossene Fälle 828 916 918

Quelle: Bundesamt für Statistik, Schweizerische Sozialhilfestatistik

Ausländerinnen stärker betroffen

Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit haben ein grösseres Risiko, in die Sozialhilfe zu rutschen, als Schweizerinnen und Schweizer. Bei Personen mit Schweizer Staatsangehörigkeit betrug die Sozialhilfequote 2015 unverändert 1,4 %, bei jenen mit ausländischer Staatsangehörigkeit stieg sie von 2,8 % auf 2,9 %. Dieser Anstieg geht auf ausländische Frauen zurück (Grafik 2).

Das Sozialhilferisiko unterscheidet sich nach Herkunftsland. Personen aus EU28- und EFTA-Staaten hatten 2015 eine niedrigere Sozialhilfequote (1,9 %) als Personen aus anderen europäischen Ländern (3,9 %) oder Ländern ausserhalb Europas (10,4 %).

Unterschiedliche Sozialhilfequoten in Thurgauer Städten

Die Sozialhilfequote ist tendenziell in grösseren Gemeinden deutlich höher als in kleinen Gemeinden (Grafik 3). In Frauenfeld, der grössten Gemeinde im Thurgau, waren 2015 2,9 % der Bevölkerung auf Sozialhilfe angewiesen, in Kreuzlingen waren es 3,3 %. In den einzelnen Gemeinden mit 10'000 bis 20'000 Einwohnerinnen und Einwohner fiel die Sozialhilfequote auch recht unterschiedlich aus: Arbon 4,3 %, Amriswil 2,2 %, Weinfelden 1,1 % und Romanshorn 2,2 %. In Thurgauer Kleinstgemeinden mit weniger als 1'000 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt die Sozialhilfequote hingegen deutlich unter einem Prozent.

Publikation, Daten und weitere Informationen

Publikation

Ausführliche Resultate zur Öffentlichen Sozialhilfe der Gemeinden können der Statistischen Mitteilung Nr. 8/2016 entnommen werden.

Öffentliche Sozialhilfe der Gemeinden 2015

Tabellen

Ebene Kanton, 2006 bis 2015

Sozialhilfefälle Sozialhilfeempfänger Sozialhilfequote
Sozialhilfeempfänger nach Geschlecht
Sozialhilfeempfänger nach Alter
Sozialhilfeempfänger nach Nationalität

Erhebungen und Begriffe

Die Ausführungen auf dieser Internetseite basieren auf der Schweizerischen Sozialhilfestatistik. Informationen finden Sie auf der Seite Sozialhilfe (Erhebungen).

Begriffserklärungen und Definitionen finden Sie im Glossar.

Weitere Informationen

Dienststelle für Statistik Kanton Thurgau
Sozialhilfeausgaben

Sozialamt Kanton Thurgau
Sozialhilfe

Bundesamt für Statistik, Schweizerische Sozialhilfestatistik
Soziale Sicherheit
Interaktive Datenbank mit Ergebnissen aus der Schweizerischen Sozialhilfestatistik
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