Direkt zum Inhalt springen

Sozialhilfeausgaben

Sozialhilfeausgaben stiegen sowohl netto als auch brutto

Die Thurgauer Gemeinden wendeten 2015 netto 39,8 Millionen Franken für Sozialhilfe auf. Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr liegt bei 6,0 Millionen Franken (+17,7 %). Davon sind 2,4 Millionen Franken durch eine Änderung beziehungsweise Vereinheitlichung der Buchungspraxis begründet. In zwölf Gemeinden sind die Kosten für Integrations- und Beschäftigungsprogramme für Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger 2015 erstmals in der Sozialhilfe enthalten. Aber auch ohne diesen Sondereffekt sind die Nettoausgaben etwas stärker gestiegen als im Vorjahr.

Die Bruttoausgaben, d.h. die tatsächlich ausbezahlten Beträge ohne Rückerstattungen, beliefen sich 2015 auf 93,2 Millionen Franken. Mit einem Plus von 5,6 % gegenüber dem Vorjahr (bzw. 2,9 % ohne den durch die Änderung der Buchungspraxis bedingten Sondereffekt), haben sie sich erstmals seit zwei Jahren wieder erhöht. Dieser Anstieg ist auf mehr und zum Teil kostenintensivere Sozialhilfefälle zurückzuführen. Aber auch die Rückerstattungen in die Gemeindekassen sind erneut spärlicher geflossen.

Nicht alle Gemeinden vom Anstieg betroffen

Trotz des kantonsweiten Wachstums der Netto-Sozialhilfeaufwendungen kam es in 33 der 80 Thurgauer Gemeinden zu einer Entlastung in der Sozialhilfe. Einen starken Anstieg verzeichneten hingegen die Gemeinden Frauenfeld (+1,3 Mio. Franken) und Kreuzlingen (+1,2 Mio. Franken) sowie Bussnang (über 400‘000 Franken), Arbon, Müllheim und Wängi (über 300‘000 Franken)1.

1 Vorjahresveränderungen um Sondereffekt (Änderung der Buchungspraxis) bereinigt.

Höchste Ausgaben in Kreuzlingen

Die höchsten Sozialhilfeaufwendungen fielen 2015 mit 7,2 Millionen Franken zum zweiten Mal in Folge in Kreuzlingen an. Hohe Nettoaufwendungen hatten auch Arbon und Frauenfeld (6,3 bzw. 5,9 Millionen Franken). Im Verhältnis zur Bevölkerung waren zudem in Hefenhofen, Bussnang, Salenstein, Langrickenbach, Bettwiesen, Müllheim und Rickenbach die Sozialhilfeausgaben hoch. In diesen Gemeinden fielen Pro-Kopf-Aufwendungen von mehr als 200 Franken an (kantonsweiter Durchschnitt: 149 Franken je Einwohner). 

Sozialhilfequote nimmt leicht zu

Gemäss Bundesamt für Statistik waren 2015 im Thurgau 4‘621 Personen auf Sozialhilfe angewiesen. Dies sind 142 Personen mehr als im Vorjahr. Der Anteil der Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger an der Bevölkerung stieg von 1,7 % auf 1,8 %. Das ist die zweite Zunahme in Folge, nachdem die Sozialhilfequote zuvor während fünf Jahren bei 1,6 % lag. Trotz dieses leichten Anstiegs ist die Sozialhilfequote im Thurgau vergleichsweise niedrig. 2014 hatten lediglich sieben Kantone eine tiefere Sozialhilfequote als der Thurgau. Schweizweit lag sie 2014 bei 3,2 %.

mehr zum Thema Sozialhilfeempfänger, Sozialhilfequote

Mehr Alimentenbevorschussungen

Die Gemeinden bevorschussen Kinderalimente immer dann, wenn gesetzlich festgelegte Beiträge der unterhaltspflichtigen Person nicht rechtzeitig bei der Obhut eintreffen. Im Jahr 2015 betrugen die Bevorschussungen netto 2,7 Millionen Franken. Nachdem die Vorauszahlungen in den letzten zwei Jahren rückläufig waren, haben sie sich wieder erhöht (+15,8 %).

Lastenausgleich für Sozialhilfekosten

Im Rahmen des Finanzausgleichs "Kanton - Politische Gemeinden" erhalten die Gemeinden einen Lastenausgleich für Sozialhilfe. Im Lastenausgleich für Sozialhilfe werden auch Alimentenbevorschussungen berücksichtigt.

mehr zum Thema Finanzausgleich


Publikation, Daten und weitere Informationen

Publikation

Ausführliche Resultate zur Öffentlichen Sozialhilfe der Gemeinden können der Statistischen Mitteilung Nr. 8/2016 entnommen werden.

Öffentliche Sozialhilfe der Gemeinden

Publikationen aus früheren Jahren

Tabellen

Ebene Kanton, Bezirke, Gemeinden

Sozialhilfeausgaben (ohne Alimentenbevorschussungen), 2015
Kinderalimentenbevorschussungen, 2015
Sozialhilfeleistungen inklusive Alimentenbevorschussungen, 2015 (Finanzausgleichsrelevante Unterstützungsleistungen)

Daten aus früheren Jahren

Thematische Karten

Mit dem Thurgauer Themenatlas werden statistische Daten in Form von Karten visualisiert.

Vordefinierte Karten:

Erhebungen und Begriffe

Die Ausführungen auf dieser Internetseite basieren auf einer Erhebung des Sozialamts Kanton Thurgau und der Schweizerischen Sozialhilfestatistik. Informationen finden Sie auf der Seite Sozialhilfe (Erhebungen).

Die Bevölkerungsstatistik wurde per Ende 2015 revidiert. Durch diese Revision gab es eine einmalige Niveauverschiebung der Bevölkerungszahl gegen oben (+0,4 %), was sich minim auch auf die Sozialhilfeausgaben pro Einwohner auswirkt. Weitere Informationen: Einfluss der Revision auf die Sozialhilfeausgaben pro Einwohner je Gemeinde

Begriffserklärungen und Definitionen finden Sie im Glossar.

Weitere Informationen

Dienststelle für Statistik Kanton Thurgau
Ergebnisse für den Thurgau aus der Schweizerischen Sozialhilfestatistik
Lastenausgleich für Sozialhilfekosten

Sozialamt Kanton Thurgau
Sozialhilfe

Bundesamt für Statistik
Sozialhilfe (wirtschaftliche Sozialhilfe)
Sozialhilfe im weiteren Sinn (alle Sozialleistungen, die zur Deckung des Existenzminimums abgegeben werden)