Direkt zum Inhalt springen

Sozialhilfeausgaben

Netto-Sozialhilfeausgaben im Thurgau leicht gesunken

Im Jahr 2016 wendeten die Thurgauer Gemeinden netto 38,9 Millionen Franken für die Sozialhilfe auf. Das sind 0,9 Millionen Franken oder 2,2 % weniger als im Vorjahr. Damit haben die Nettoausgaben erstmals seit 2008 wieder etwas abgenommen. In drei Gemeinden waren die Kosten für Integrations- und Beschäftigungsprogramme für Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger 2016 erstmals in der Sozialhilfe enthalten. Berücksichtigt man diese Änderung der Buchungspraxis, ist die Abnahme noch etwas deutlicher (–1,3 Mio. CHF oder –3,2 %).

Die Bruttoausgaben, d.h. die tatsächlich ausbezahlten Beträge ohne Rückerstattungen, sind dagegen erneut gestiegen und erreichten 2016 einen Wert von 97,4 Millionen Franken. Das entspricht einer Zunahme von 4,1 Millionen Franken oder 4,4 % (ohne den durch die Änderung der Buchungspraxis bedingten Sondereffekt: +3,8 Mio. CHF oder 4,0 %). Grund für diesen Anstieg sind mehr und zum Teil kostenintensivere Sozialhilfefälle. Entsprechend ist die Entspannung bei den Nettoausgaben hauptsächlich höheren Rückzahlungen an die Gemeinden zu verdanken. Dazu zählen Rückvergütungen von ehemaligen Sozialhilfeempfängern und Rückerstattungen von bevorschussten Leistungen.

Nettoausgaben fallen in jeder zweiten Gemeinde tiefer aus

Erstmals seit 2008 haben die Netto-Sozialhilfeaufwendungen wieder häufiger ab- als zugenommen. Gut jede zweite Thurgauer Gemeinde verzeichnete 2016 tiefere Nettoausgaben als im Jahr zuvor.
Die höchsten Sozialhilfeausgaben hatte 2016 - wie bereits in den beiden Jahren zuvor - die Gemeinde Kreuzlingen (6,4 Mio. CHF). Aber auch in den meisten anderen städtischen Gemeinden mit mehr als 10‘000 Einwohnern fielen Nettoaufwendungen von über einer Million Franken an. Einzig die Gemeinde Weinfelden stellte mit Ausgaben von 0,7 Millionen Franken diesbezüglich eine Ausnahme dar.
Gemessen an der Wohnbevölkerung waren die Sozialhilfekosten mit 438 Franken je Einwohner in Arbon am höchsten. Aber auch in Kreuzlingen, Frauenfeld und Amriswil lagen die Pro-Kopf-Ausgaben bei 200 Franken oder höher. Von den städtischen Gemeinden wendeten nur Romanshorn und Weinfelden weniger als 200 Franken pro Kopf auf. Im kantonsweiten Durchschnitt beliefen sich die Kosten je Einwohner auf 144 Franken. 

Sozialhilfequote geht leicht zurück

Im Kanton Thurgau waren 2016 rund 4‘660 Personen auf Sozialhilfe angewiesen. Das sind gut 40 Personen mehr als 2015, womit der Anstieg deutlich geringer ausfiel als in den drei Jahren zuvor. Die Sozialhilfequote sank von 1,8 % auf 1,7 %. Grund für diesen Rückgang ist, dass die Zahl der unterstützten Personen weniger stark wuchs als die Wohnbevölkerung. Im Vergleich zur Gesamtschweiz (2015: 3,2 %) ist die Sozialhilfequote im Thurgau tief. Nur gerade sieben Kantone hatten 2015 eine niedrigere Sozialhilfequote als der Thurgau.

mehr zum Thema Sozialhilfeempfänger, Sozialhilfequote

Mehr Alimentenbevorschussungen

Können Kinderalimente nicht im vereinbarten Umfang von der unterhaltspflichtigen Person bezahlt werden, kann die Obhut unter gewissen Voraussetzungen eine Vorauszahlung bei der Gemeinde beantragen. 2016 betrugen die Alimentenbevorschussungen netto 2,9 Millionen Franken und fielen damit etwas höher aus als im Vorjahr (+8,4 %).

Lastenausgleich für Sozialhilfekosten

Im Rahmen des Finanzausgleichs "Kanton - Politische Gemeinden" erhalten die Gemeinden einen Lastenausgleich für Sozialhilfe. Im Lastenausgleich für Sozialhilfe werden auch Alimentenbevorschussungen berücksichtigt.

mehr zum Thema Finanzausgleich


Publikation, Daten und weitere Informationen

Publikation

Ausführliche Resultate zur Öffentlichen Sozialhilfe der Gemeinden können der Statistischen Mitteilung Nr. 7/2017 entnommen werden.

Öffentliche Sozialhilfe der Gemeinden

Publikationen aus früheren Jahren

Tabellen

Ebene Kanton, Bezirke, Gemeinden

Sozialhilfeleistungen (ohne Alimentenbevorschussungen), 2016
Kinderalimentenbevorschussungen, 2016
Sozialhilfeleistungen inklusive Alimentenbevorschussungen, 2016 (Finanzausgleichsrelevante Unterstützungsleistungen)

Daten aus früheren Jahren

Thematische Karten

Mit dem Thurgauer Themenatlas werden statistische Daten in Form von Karten visualisiert.

Vordefinierte Karten:

Erhebungen und Begriffe

Die Ausführungen auf dieser Internetseite basieren auf einer Erhebung des Sozialamts Kanton Thurgau und der Schweizerischen Sozialhilfestatistik. Informationen finden Sie auf der Seite Sozialhilfe (Erhebungen).

Die Bevölkerungsstatistik wurde per Ende 2015 revidiert. Durch diese Revision gab es eine einmalige Niveauverschiebung der Bevölkerungszahl gegen oben (+0,4 %), was sich minim auch auf die Sozialhilfeausgaben pro Einwohner auswirkt. Weitere Informationen: Einfluss der Revision auf die Sozialhilfeausgaben pro Einwohner je Gemeinde

Begriffserklärungen und Definitionen finden Sie im Glossar.

Weitere Informationen

Dienststelle für Statistik Kanton Thurgau
Ergebnisse für den Thurgau aus der Schweizerischen Sozialhilfestatistik
Lastenausgleich für Sozialhilfekosten

Sozialamt Kanton Thurgau
Sozialhilfe

Bundesamt für Statistik
Sozialhilfe (wirtschaftliche Sozialhilfe)
Sozialhilfe im weiteren Sinn (alle Sozialleistungen, die zur Deckung des Existenzminimums abgegeben werden)