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Nationalratswahlen

Nationalratswahlen 2015: SVP holte viele Panaschierstimmen und gab nur wenige ab

Als klar stärkste Partei ging mit einem Parteistimmenanteil von 39,9 % die SVP aus den Nationalratswahlen 2015 hervor. Sie baute ihr Parteistärke gegenüber den Nationalratswahlen 2011 um 1,2 Prozentpunkte aus. Die FDP war die Partei, die ihre Parteistärke am kräftigsten ausbauen konnte, und zwar um 1,8 Prozentpunkte. Damit konnte die FDP ihren in den Nationalratswahlen 2011 verlorenen Sitz zurückholen. Sie erreichte einen Parteistimmenanteil von 13 % und lag damit hinter der CVP (13,1 %) auf dem dritten Platz.

Ebenfalls an Parteistärke zugenommen haben die glp (+1,0 Prozentpunkte) und die SP (+0,6). An Parteistärke eingebüsst haben demgegenüber die GP (-1,6), die CVP (-1,3), die BDP (-1,2), die EVP (-0,6) und die EDU (-0,1).

Somit hält die SVP in der Legislaturperiode 2015-2019 3 Nationalratssitze. Mit jeweils 1 Sitz sind die CVP, die SP und die FDP vertreten.

Insgesamt beteiligten sich im Kanton Thurgau 46,6 % der rund 168'000 wahlberechtigten Männer und Frauen an der Wahl. Die Wahlbeteiligung war ungefähr gleich hoch wie im Jahr 2011.

Panaschier- und Kumulierfreudigkeit nimmt seit 1999 tendenziell ab

Die Thurgauer Wählerinnen und Wähler stellten sich ihre Wahlzettel mehrheitlich individuell zusammen. Wie intensiv kumuliert und panaschiert wird, änderte sich in den letzten Jahrzehnten spürbar. Legte an den Nationalratswahlen 1975 noch fast jeder zweite Thurgauer Wähler einen unveränderten Wahlzettel in die Urne, nahm bis 1999 dieser Anteil deutlich bis auf ein Viertel ab. Seither steigt die Zahl der Wählerinnen und Wähler, die keine Änderungen auf ihrem Wahlzettel vornehmen, wieder.

SVP mit überparteilich attraktivster Liste

Die SVP stellte die mit Abstand attraktivste Gruppe von Kandidierenden. Jeder ihrer Kandidaten holte im Mittel 76 Panaschierstimmen auf 1'000 parteifremden Wahlzetteln. Aber auch die CVP präsentierte eine überparteilich attraktive Liste und erzielte mit 57 Panaschierstimmen pro kandidierender Person und pro 1'000 parteifremden Wahlzetteln diesbezüglich das zweitbeste Resultat. Auf dem dritten Rang lag die FDP.

SVP-Wählerschaft vergab am wenigsten Panaschierstimmen.

Die SVP war zudem die Partei, die auf ihren eigenen Wahlzetteln den geringsten Abfluss von Panaschierstimmen verzeichnete. Sie musste nur gerade 5 Panaschierstimmen auf 1'000 eigenen Wahlzetteln und pro parteifremder kandidierender Person abgeben. Auch bei der EDU und der SP hielt sich der Abfluss von Panaschierstimmen in Grenzen.
Am meisten panaschierten Wählerinnen und Wähler der BDP. Pro 1'000 eigenen Wahlzetteln und pro parteifremdem Kandidaten flossen 18 Panaschierstimmen von der BDP an andere Parteien. Ebenfalls häufig wurde bei der glp und EVP panaschiert.

Panaschierstimmenflüsse zwischen Parteien

Die Grafik veranschaulicht die Panaschierstimmenflüsse zwischen jeweils zwei Parteien.
Auf den Wahlzetteln der BDP wurde recht rege panaschiert. Stimmen flossen vor allem an die CVP und SVP.
Die Wählerschaft der SVP panaschierte insgesamt wenig. Wenn panaschiert wurde, dann am ehesten in Richtung CVP und FDP.
Die Wählerinnen und Wähler der CVP liessen ihre Panaschierstimmen mit Abstand am häufigsten der SVP zukommen, in zweiter Linie auch der SP und der FDP. Allerdings flossen in entgegengesetzter Richtung mehr Stimmen von der FPD und SP an die CVP.
Aus Sicht der FDP wanderten besonders viele Panaschierstimmen an die SVP ab. Aber auch in Richtung CVP ging ein grösserer Panaschierstimmenstrom.
Wenn Wählerinnen und Wähler der SP panaschierten, gingen diese Stimmen am häufigsten zur CVP, am zweithäufigsten zur GP.

Hansjörg Walter holt am meisten Kandidatenstimmen, Christian Lohr ist Panaschierkönig

Am meisten Kandidatenstimmen holte an der Thurgauer Nationalratswahl 2015 Hansjörg Walter von der SVP. Er konnte knapp 37'000 Stimmen bzw. gut 8 % aller Kandidatenstimmen auf sich vereinen. Auf dem zweiten Platz folgt Verena Herzog, auf dem dritten Markus Hausammann (beide SVP).
Überparteilich am beliebtesten - und damit Panaschierkönig der Nationalratswahlen 2015 - war Christian Lohr von der CVP. Er holte 205 Panaschierstimmen pro 1'000 parteifremden Wahlzetteln. Hansjörg Walter von der SVP belegte mit 150 Panaschierstimmen pro 1'000 parteifremden Wahlzetteln den zweiten Platz. Auf Platz 3 folgt Edith Graf-Litscher von der SP (104).


Publikation, Daten und weitere Informationen

Publikation

Ausführliche Resultate zu den Nationalratswahlen 2015 können der Statistischen Mitteilung 9/2015 entnommen werden.

Tabellen

Ebene Kanton

Ergebnisse der Nationaratswahlen 2015

Parteistimmen nach Listen
Kandidaten- und Panaschierstimmen nach Listen und Kandidierenden
Kandidierende nach "echten" Panaschierstimmen ("Panaschierkönige und -königinnen")
Kandidierende nach Kandidatenstimmen
Kandidierende nach Herkunft der Stimmen
Austausch von Panaschierstimmen zwischen den Parteien

Zeitreihen

Parteistärken an Nationalratswahlen, 1971-2015
Wahlberechtigte und Wahlbeteiligung an Nationalratswahlen, Kanton Thurgau und Schweiz, 1955-2015
Wahlverhalten (veränderte, unveränderte) Wahlzettel an Nationalratswahlen, 2007-2015
Nationalratsmandate nach Partei, 1971-2015
Nationalratsmandate nach Partei und Geschlecht, 1971-2015

Ebene Bezirke und Gemeinden

Ergebnisse der Nationalratswahlen 2015

Wahlberechtigte, Wahlzettel und Parteistimmen nach Bezirken und Gemeinden
Parteistärken nach Gemeinden und Bezirken

Kandidaten- und Panaschierstimmen nach Listen und Kandidierenden

Ergebnisse der Nationalratswahlen    2011    2007

Thematische Karten

Mit dem Thurgauer Themenatlas werden statistische Daten in Form von Karten visualisiert.

Vordefinierte Karten öffnen:

Erhebung und Begriffe

Die auf dieser Internetseite vorliegende Analyse der Panaschierdaten der Nationalratswahl 2015 für den Kanton Thurgau stützt sich auf Konzepte des Panaschierexperten Rudolf Burger (Burger, Rudolf, Konzepte zur Analyse der Panaschierstatistik. Eine Studie mit Daten der Nationalratswahlen 1999, Neuchâtel 2001).

Zur korrekten Interpretation der Panaschierstatistik wurden die Rohdaten gemäss dem von Burger vorgeschlagenen Vorgehen bereinigt. Insbesondere wurden "unechte" Panaschierstimmen (d. h. Panaschierstimmen zwischen Listen derselben Partei) eliminiert und Korrekturen durchgeführt, die sich aus der Berücksichtigung des für den Panaschierstimmentausch verfügbaren eigenen oder fremden Listenpotentials sowie aus dem verfügbaren Kandidatenpool ergeben.

Begriffserklärungen und Definitionen finden Sie im Glossar.

Weitere Informationen

Staatskanzlei Kanton Thurgau
National- und Ständeratswahl vom 18.10.2015

Bundesamt für Statistik
Wahlen
Wahlwebseite 2015 zu den National und Ständeratswahlen