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Konjunkturausblick Schweiz - Thurgauer Wirtschaftsbarometer

Schweizer Konjunktur kühlt deutlich ab

Die Konjunktur in der Schweiz kühlte sich in der zweiten Jahreshälfte 2018 deutlich ab. Dies ist auf die nachlassende Dynamik in der Weltwirtschaft und dem Welthandel zurückzuführen, was auch den Schweizer Aussenhandel dämpfte. Auch von der Inlandnachfrage blieben Wachstumsimpulse aus.
Die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes senkte daher ihre Prognose für das BIP-Wachstum 2019 von 1,5 % (Prognose vom Dezember 2018) auf 1,1 %. Für 2020 rechnet sie mit einem Anziehen des Wirtschaftswachstum auf 1,7 %.

Trübere Aussichten im europäischen Markt bremsen Schweizer Exporte

Für das Jahr 2019 gehen die Bundesökonomen davon aus, dass die Konjunktur nur allmählich wieder an Schwung gewinnt. Die eingetrübten Aussichten im europäischen Ausland – vor allem in Deutschland  – bremsen die Auslandnachfrage nach Schweizer Produkten. Da sich die Aufträge verhalten entwickeln und die Unsicherheit gross ist, dürften Unternehmen nur zögerlich in ihre Produktionskapazitäten investieren. Für die Bauinvestitionen ist gemäss den Bundesökonomen ebenfalls mit einem geringen Wachstum zu rechnen: Die Leerstandsziffern steigen, und die Immobilienpreise sind tendenziell rückläufig.

Gedämpftes BIP-Wachstum im Jahr 2019

Auch vom privaten Konsum kommen 2019 kaum Wachstumsimpulse. Die nachlassende Inflation (Jahresteuerung 2019: 0,4 %) wird die reale Kaufkraft der Haushalte zwar stützen, das Beschäftigungswachstum schwächt sich jedoch ab, und der Lohnzuwachs bleibt gering. Daher erwarten die Bundesökonomen ein BIP-Wachstum von moderaten 1,1 %.

Etwas mehr Schwung im 2020

Für das Jahr 2020 rechnet die Expertengruppe des Bundes mit einem Anziehen der Weltwirtschaft – vorausgesetzt, dass eine weitere Verschärfung des internationalen Handelsdisputs ausbleibt. Positiv wirken sich auch die Impulse aus der Inlandnachfrage aus: Höhere Investitionsbereitschaft und wachsender privater Konsum (u. a. dank steigendem Realeinkommen) stützen die Schweizer Wirtschaft. Für 2020 rechnet die Expertengruppe daher mit einem wieder höheren BIP-Wachstum von 1,7 %.

Weiterhin hohe Konjunkturrisiken

Die weltwirtschaftlichen Risiken, wie etwa der Handelsstreit zwischen den USA und anderen wichtigen Wirtschaftsräumen sowie die anhaltenden politischen Unsicherheiten in  Europa sind weiterhin erheblich. Im Falle einer Eskalation könnte dies negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum der Schweiz haben.


Tabelle Konjunkturprognose Schweiz

    2017 2018 2019P 2020P
Bruttoinlandprodukt (BIP), real¹ 1.6 2.5 1.1 1.7
  Privatkonsum 1.1 1.0 1.1 1.4
    Öfffentlicher Konsum 0.9 1.0 0.8 0.8
  Ausrüstungsinvestitionen 4.5 2.4 0.8 2.8
  Bauinvestitionen 1.4 0.7 0.6 0.9
  Exporte (Güter und Dienstleistungen) 3.6 3.4 2.5 3.2
  Importe (Güter und Dienstleistungen) 4.1 1.0 2.4 3.3
Konsumentenpreise¹ 0.5 0.9 0.4 0.6
Arbeitslosenquote in % 3.2 2.6 2.4 2.6
Zinsen und Wechselkurse
Zinsen für Dreimonatsdepots (Libor) -0.7 -0.7 -0.7 -0.6
Rendite eidg. Obligationen (10 Jahre) -0.1 0.0 -0.1 0.1
Realer Wechselkursindex exportgewogen -1.8 -2.6 -1.2 -0.1

1 Veränderung zum Vorjahr in %
BIP 2017 und 2018: provisorischer Wert BFS
P = Prognose
Datenquelle: Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes (Prognose vom März 2019)

Zum Download: Tabelle Konjunkturprognose Schweiz


Weitere Informationen

Die Ausführungen auf dieser Internetseite basieren auf der Konjunkturprognose des SECO bzw. der Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes.
SECO, Konjunkturprognosen