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Konjunkturausblick Schweiz - Thurgauer Wirtschaftsbarometer

Schweizer Konjunktur schwächt sich ab

Im dritten Quartal 2018 bremste die Konjunktur der Schweiz nach fünf Quartalen starken Wachstums abrupt. Der Aussenhandel ging im Zuge der internationalen Wirtschaftsabschwächung und durch die zwischenzeitliche Aufwertung der Frankens zurück. Gleichzeitig blieben Wachstumsimpulse seitens der Inlandnachfrage im dritten Quartal aus.
Die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes prognostiziert, dass sowohl die Export- als auch die Binnenwirtschaft nach dem schwachen dritten Quartal zu einem moderaten Wachstum zurückkehren wird. Damit dürfte das BIP-Wachstum für das Gesamtjahr 2018 trotzdem bei überdurchschnittlichen 2,6 % liegen. Für 2019 erwarten die Bundesökonomen infolge schwacher Inlandnachfrage ein Wachstum von 1,5 %, für 2020 eines von 1,7 %.

Auslandnachfrage flacht ab

Nach der stark expansiven Phase 2017 und 2018 dürfte die Weltwirtschaft etwas an Dynamik einbüssen. Damit flacht die Auslandnachfrage nach Schweizer Produkten ab. Mit der sinkenden Kapazitätsauslastung werden voraussichtlich auch die Investitionen der Schweizer Unternehmen weniger stark wachsen.

Geringe Konsumneigung dämpft BIP-Wachstum

Die Aussichten für den privaten Konsum sind verhalten. Aufgrund der gedämpften Lohnentwicklung in der jüngsten Vergangenheit und der positiven Teuerung verringert sich die reale Kaufkraft. Dadurch sinkt die Konsumneigung. Die Bundesökonomen erwarten für 2019 ein nur moderates BIP-Wachstum von 1,5 %. Die Teuerung wird u. a durch den jüngsten Rückgang der Erdölpreise bei tiefen 0,5 % liegen. 

Leichter Aufwärtstrend im Jahr 2020

Für 2020 prognostiziert die Expertengruppe ein wieder leicht stärkeres BIP-Wachstum von 1,7 %. Positive Impulse kommen von der steigenden Inlandnachfrage. So dürfte der private Konsum durch anziehende Reallöhne wieder Fahrt aufnehmen. Die Investitionen werden voraussichtlich weiterhin solide wachsen. Die aussenwirtschaftlichen Impulse dürften sich hingegen weiter abschwächen. Am Arbeitsmarkt macht sich die konjunkturellen Abschwächung des Vorjahres bemerkbar, es wird mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosenquote gerechnet. Die Teuerung sollte bei 0,7 % zu liegen kommen.

Weiterhin hohe Konjunkturrisiken

Die weltwirtschaftlichen Risiken, wie etwa der Handelsstreit zwischen den USA und anderen wichtigen Wirtschaftsräumen, die politischen Unsicherheiten in Europa (u. a. Brexit) oder die Unsicherheiten im Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU, bleiben bestehen. Sollte es zu einer Eskalation kommen, würde die Weltkonjunktur stärker ausgebremst, was negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum der Schweiz und die Entwicklung des Wechselkurses haben könnte.


Tabelle Konjunkturprognose Schweiz

    2017 2018 2019P 2020P
Bruttoinlandprodukt (BIP), real¹ 1.6 2.6 1.5 1.7
  Privatkonsum 1.1 0.9 1.1 1.5
    Öfffentlicher Konsum 0.9 1.1 0.7 0.7
  Ausrüstungsinvestitionen 4.5 3.2 3.0 3.0
  Bauinvestitionen 1.4 1.4 1.3 0.9
  Exporte (Güter und Dienstleistungen) 3.6 2.9 3.1 3.5
  Importe (Güter und Dienstleistungen) 4.1 2.4 3.2 3.7
Konsumentenpreise¹ 0.5 0.9 0.5 0.7
Arbeitslosenquote in % 3.2 2.6 2.4 2.5
Zinsen und Wechselkurse
Zinsen für Dreimonatsdepots (Libor) -0.7 -0.7 -0.7 -0.5
Rendite eidg. Obligationen (10 Jahre) -0.1 0.1 0.2 0.5
Realer Wechselkursindex exportgewogen -1.8 -2.7 0.0 0.0

1 Veränderung zum Vorjahr in %
BIP 2017 und 2018: provisorischer Wert BFS
P = Prognose
Datenquelle: Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes (Prognose vom Dezember 2018)

Zum Download: Tabelle Konjunkturprognose Schweiz


Weitere Informationen

Die Ausführungen auf dieser Internetseite basieren auf der Konjunkturprognose des SECO bzw. der Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes.
SECO, Konjunkturprognosen