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Konjunkturausblick Schweiz - Thurgauer Wirtschaftsbarometer

Hochkonjunktur in der Schweiz

In der Schweiz herrscht Hochkonjunktur. Seit mehreren Quartalen ist das BIP stark gewachsen. Besonders schwungvoll hat sich die Industrie entwickelt. Deren Kapazitäten sind so stark ausgelastet wie zuletzt 2011 und die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Auch der Dienstleistungssektor profitiert von einer sehr guten Geschäftslage. Daher prognostiziert die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes für das Gesamtjahr 2018 ein sehr starkes BIP-Wachstum von 2,9 %. Für 2019 erwartet sie infolge der Normalisierung der Weltwirtschaft ein Wachstum von 2,0 %.

Wachstumsimpulse von Exportwirtschaft

Von der Exportwirtschaft dürften im zweiten Halbjahr 2018 weiterhin wesentliche Wachstumsimpulse kommen. Trotz der Aufwertung des Schweizer Frankens in den Sommermonaten bleibt die Wechselkurslage im Vergleich zu den Vorjahren günstig. Die Bundesökonomen gehen von einem anhaltend robusten weltwirtschaftliche Wachstum aus. Insbesondere für die USA und China wird mit einer Fortsetzung des Aufschwungs gerechnet. Diese positive Entwicklung wird die Nachfrage nach Schweizer Produkten erhöhen, vorausgesetzt, eine weltweite Eskalation des internationalen Handelsdisputs bleibt aus.

Investitionstätigkeit stützt Binnenwirtschaft

Infolge der starken internationalen Nachfrage bauen die Schweizer Unternehmen ihre Produktionskapazitäten aus. Damit dürften die Ausrüstungsinvestitionen kräftig zunehmen. Aber auch die Bautätigkeit wird voraussichtlich - getrieben vom Gewerbebau - an Dynamik gewinnen. Der Konsum der privaten Haushalte dürfte sich trotz der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt wegen der anziehenden Teuerung zunächst nur verhalten entwickeln. Die Binnenwirtschaft wird somit in der zweiten Jahreshälfte 2018 vor allem durch die Investitionstätigkeit gestützt.

Für das Jahr 2019 erwarten die Konjunkturexperten des Bundes, dass die binnenwirtschaftlichen Wachstumskräfte gegenüber dem Aussenhandel an Bedeutung gewinnen.

Freundliche Konjunkturlage wirkt sich auf Arbeitsmarkt aus

Mit der guten Konjunkturlage dürfte sich die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt fortsetzen. Die Beschäftigung dürfte in den kommenden Quartalen weiter wachsen und die Arbeitslosigkeit abnehmen. Die Bundesökonomen gehen davon aus, dass sich der Arbeitsmarkt deutlicher erholt als bei der letzten Prognose erwartet.

Moderater Anstieg der Teuerung

Für das Jahr 2018 erwartet die Expertengruppe aufgrund höherer Import- und Energiepreise eine Teuerung von jahresdurchschnittlich 1,0 %. 2019 sollte sie infolge der nachlassenden Konjunkturdynamik mit 0,8 % wieder leicht niedriger ausfallen.

Anstieg der Konjunkturrisiken

Einige weltwirtschaftliche Risiken haben sich in den letzten Monaten deutlich erhöht, etwa der Handelsstreit zwischen den USA und anderen wichtigen Wirtschaftsräumen oder die politische Unsicherheit in Europa. Sollte es hier zu einer Eskalation kommen, würde dies mittelfristig Auswirkungen auf den Welthandel haben und das Wirtschaftswachstum der Schweiz bremsen.


Tabelle Konjunkturprognose Schweiz

    2016 2017 2018P 2019P
Bruttoinlandprodukt (BIP), real¹ 1.4 1.1 2.9 2.0
  Privatkonsum 1.5 1.2 1.3 1.5
    Öfffentlicher Konsum 1.6 1.0 1.2 0.6
  Ausrüstungsinvestitionen 4.5 3.8 4.4 3.5
  Bauinvestitionen 0.9 2.0 1.9 1.4
  Exporte (Güter und Dienstleistungen) 6.8 2.8 4.2 3.9
  Importe (Güter und Dienstleistungen) 4.7 2.3 3.4 3.7
Konsumentenpreise¹ -0.4 0.5 1.0 0.8
Arbeitslosenquote in % 3.3 3.2 2.6 2.4
Zinsen und Wechselkurse
Zinsen für Dreimonatsdepots (Libor) -0.7 -0.7 -0.7 -0.7
Rendite eidg. Obligationen (10 Jahre) -0.4 -0.1 0.1 0.3
Realer Wechselkursindex exportgewogen -1.4 -1.8 -2.8 0.8

1 Veränderung zum Vorjahr in %
BIP 2016: provisorischer Wert BFS; BIP 2017: Prognose SECO
P = Prognose
Datenquelle: Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes (Prognose vom September 2018)

Zum Download: Tabelle Konjunkturprognose Schweiz


Weitere Informationen

Die Ausführungen auf dieser Internetseite basieren auf der Konjunkturprognose des SECO bzw. der Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes.
SECO, Konjunkturprognosen