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Kriminalstatistik

Erneuter Rückgang der Straftaten im Jahr 2016

Im Jahr 2016 ging die Zahl der Straftaten gemäss Strafgesetzbuch (StGB) im Kanton Thurgau erneut zurück. 10'322 Straftaten wurden polizeilich erfasst. Dies sind 5,4 % weniger als ein Jahr zuvor. 43 % dieser Straftaten konnten 2016 aufgeklärt werden.

Mit 38 Straftaten gemäss StGB pro 1'000 Einwohner und Jahr ist die Kriminalitätsrate im Thurgau deutlich tiefer als im gesamtschweizerischen Schnitt (56 Straftaten pro 1'000 Einwohner).

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Im Gegensatz zum positiven Trend bei den Straftaten gegen das Strafgesetzbuch stiegen die Zahlen der Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz (BetmG), das Ausländergesetz (AuG) und gegen übrige Bundesnebengesetze (unberücksichtigt bleiben hier Straftaten, die nicht in den Zuständigkeitsbereich der Kriminalpolizei fallen) an.

Vermögensdelikte kommen am häufigsten vor

60 % aller Straftaten waren Vermögensdelikte, vor allem Diebstähle. Weitere 15 % der Straftatbestände richteten sich gegen die Freiheit (wie z. B. Drohungen und Hausfriedensbruch). Delikte gegen Leib und Leben (Tötungsdelikte, Körperverletzung) machten 6 % und Delikte gegen die öffentliche Gewalt rund 5 % der  Straftaten gegen das StGB aus.

Gewaltstraftaten nahmen leicht zu

Nach dem kräftigen Anstieg der Gewaltstraftaten im Jahr 2015 um 15 % fiel die Zunahme im Jahr 2016 deutlich moderater aus: insgesamt gab es 1'034 Gewaltstraftaten, 1,8 % oder 18 Straftaten mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Tötungsdelikte stieg von 1 auf 4, die Zahl der schweren Körperverletzungen blieb unverändert. Einfache Körperverletzungen nahmen leicht zu. Bei den Tötungsdelikten lag die Aufklärungsquote bei 100 %. Insgesamt konnten 93 % der Straftaten gegen Leib und Leben aufgeklärt werden.

Positive Entwicklung bei den Vermögensdelikten setzt sich fort

Die Straftaten gegen das Vermögen gingen zum vierten Mal in Folge zurück. Insgesamt gab es 6'200 Fälle, rund 500 Delikte weniger als 2015. 2012 waren es noch 8'470 Delikte gewesen. Die Zahl der Einbrüche ging von 911 auf 722 zurück (-21 %). Die Zahl der Diebstähle insgesamt (ohne Fahrzeugdiebstahl) nahm um 8 % ab, die der Fahrzeugdiebstähle (88 % davon sind Fahrraddiebstähle) stieg leicht um 2 % an.  Bei den Straftaten gegen das Vermögen liegt die Aufklärungsquote bei 23 Prozent.

Vermehrt Straftaten gegen die sexuelle Integrität

Im Jahr 2016 gab es 148 Straftaten gegen die sexuelle Integrität, 18 % mehr als im Vorjahr. Besonders stark stiegen die Fälle von Pornografie und sexuelle Handlungen gegen Kinder an. Auch die Zahl der Vergewaltigung nahm zu. Die Aufklärungsquote der Straftaten gegen die sexuelle Integrität lag bei 78 %.

Zahl der Beschuldigten nahezu unverändert

Die Zahl der Beschuldigten ist sowohl bei den Schweizern als auch bei den Ausländern im Jahr 2016 nahezu unverändert geblieben. Bei den Beschuldigten mit Schweizer Staatsangehörigkeit gab es 10 Beschuldigte weniger, bei den ausländischen Beschuldigten 2 mehr als im Vorjahr. Einen deutlichen Zuwachs gab es bei den Beschuldigten im Asylbereich.

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Bei den meisten Beschuldigten handelt es sich um junge Männer

77 % sämtlicher Beschuldigter sind Männer. Die Hälfte aller beschuldigter Männer ist im Alter zwischen 20 und 39 Jahren. 
Der Anteil der minderjährigen Beschuldigten hat weiter abgenommen: waren im Jahr 2009 25 % aller Beschuldigten minderjährig, waren es 2016 nur 7 %.  Häufigste Tatbestände der minderjährigen Delinquenten sind Vermögensdelikte - wie beispielsweise Sachbeschädigungen, Hausfriedensbruch  und Diebstähle.

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Daten und weitere Informationen

Tabellen

Zeitreihe Kanton Thurgau, 2009-2016

Ausgewählte Straftaten nach Strafgesetzbuch
Polizeilich registrierte Beschuldigte nach Altersklasse und Geschlecht
Polizeilich registrierte Beschuldigte nach Bevölkerungsgruppen
 

Kanton Thurgau und Schweiz, 2009-2016

Aufklärungsquote polizeilich registrierter Straftaten gemäss Strafgesetzbuch

Erhebung

Die Ausführungen auf dieser Seite beruhen auf der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS).

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zu den Straftaten im Kanton Thurgau enthält die Kriminalstatistik der Kantonspolizei Thurgau. In der Thurgauer Kriminalstatistik sind polizeilich bekannt gewordene Straftaten gegen das Strafgesetzbuch, gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Ausländergesetz enthalten.

Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz sind dagegen nicht Bestandteil, sondern werden in der Thurgauer Verkehrsunfallstatistik ausgewiesen.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) stellt auf Bundes- und Kantonsebene ausführliche Kennzahlen zum Thema Kriminalität und Strafrecht  zur Verfügung.