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Solide Finanzlage der Politischen Gemeinden

Finanzen der Politischen Gemeinden sind gesund

Die Thurgauer Gemeinden stellen zwischen den Jahren 2014 und 2018 (1 Gemeinde mit Ausnahmebewilligung erst 2019) schrittweise ihr Rechnungslegungsmodell um. Im Rechnungsjahr 2017 schlossen 67 Gemeinden ihre Jahresrechnung nach HRM2 ab, 13 Gemeinden verwendeten noch das Rechnungslegungsmodell HRM1.
Die beiden Rechnungslegungsmodelle sind nicht vergleichbar, so dass die Finanzlage der HRM1- und HRM2-Gemeinden während der Übergangsphase separat betrachtet werden muss. Auch sind nur eingeschränkt Aussagen über die Entwicklungstendenzen möglich.

Insgesamt gesund

Die Finanzlage der Thurgauer Gemeinden ist überwiegend gesund. Der Grossteil der Gemeinden schloss das Rechnungsjahr 2017 mit einem Plus. Die Finanzkennzahlen zeigen bei der Mehrzahl der Gemeinden einen problemlosen Finanzhaushalt. Gegenüber dem Vorjahr gab es allerdings etwas mehr Gemeinden, die bei mindestens 2 Kennzahlen nicht mehr den Bereich erreichten, der als gut oder mittelgut gilt.

4 von 5 Gemeinden im Plus

Die meisten Thurgauer Gemeinden erwirtschafteten im Jahr 2017 einen Ertragsüberschuss: 64 Gemeinden schlossen ihre Erfolgsrechnung bzw. die Laufende Rechnung 2017 mit einem Plus ab. 16 Gemeinden - 2 mehr als im Vorjahr - mussten einen Aufwandüberschuss hinnehmen.

30 Gemeinden halten alle Richtwerte ein…

2017 hielten 30 der 80 Thurgauer Gemeinden bei allen Kennzahlen die Richtwerte ein, die einen problemlosen oder guten Finanzhaushalt anzeigen. Weitere 17 Gemeinden verpassten lediglich bei einer Kennzahl den mittleren oder guten Bereich. Häufig war dies der Selbstfinanzierungsgrad, der über einen längeren Zeitraum betrachtet werden sollte, da die Investitionen von Jahr zu Jahr stark schwanken. Aufgrund der Umstellung ist dies zur Zeit jedoch nur eingeschränkt möglich.

… 33 verpassen mindestens 2 Richtwerte

33 Gemeinden verpassten im Rechnungsjahr 2017 mindestens 2 Richtwerte. Dies sind etwas mehr als im Vorjahr (29). 4 dieser Gemeinden lagen bei 3, eine Gemeinde bei 4 und eine weitere Gemeinde bei 6 Kennzahlen in einem Bereich, der nicht mehr als gut oder problemlos gilt. Im Vorjahr hatte keine Gemeinde die Richtwerte bei mehr als 4 Kennzahlen verpasst.

Genügend Eigenkapital

Der Grossteil der Gemeinden (67 von 80) hat eine gute oder sogar sehr gute Eigenkapitalausstattung. Es gibt jedoch auch Gemeinden mit einer zu dünnen Eigenkapitaldecke. Eine Gemeinde wies erneut einen Bilanzfehlbetrag aus.

Investitionen nicht ganz durch selbst erwirtschaftete Mittel finanziert

Seit 2011 liegt der Selbstfinanzierungsgrad unter der 100 %-Marke, d. h., die Gemeinden können ihre Investitionen nicht vollumfänglich durch selbst erwirtschaftete Mittel finanzieren. Im Jahr 2017 lag er mit knapp 80 % sowohl bei den HRM1- als auch bei den HRM2-Gemeinden in einem Bereich, der zwar niedrig, aber volkswirtschaftlich verantwortbar ist.

Insgesamt unproblematische Verschuldungssituation

Die Mehrheit der Thurgauer Gemeinden hat eine unproblematische Verschuldungssituation. Im Vergleich zum Vorjahr ist allerdings die Zahl der Gemeinden mit einer hohen Bruttoverschuldung gestiegen. In 7 Gemeinden (Vorjahr: 4) machte die Bruttoverschuldung hohe 150 bis 200 Prozent des Finanzertrags aus. Bei einer Gemeinde lag die Bruttoverschuldung bei über 200 % des Finanzertrags, was als kritisch gilt.

Nettovermögen dank Umstellung auf HRM2

Die Gemeinden weisen ein komfortables Nettovermögen in Höhe von 250 Franken pro Einwohner aus. Dies ist mehr als im Vorjahr. Der Zuwachs ist auf Gewinne bei der Neubewertung des Finanzvermögens im Rahmen der Umstellung von HRM1 auf HRM2 zurückzuführen.

 

 


Publikation

Ausführliche Resultate können der Statistischen Mitteilung Nr. 6/2018 entnommen werden.

 

Tabellen

Kanton Thurgau, Gemeindefinanzkennzahlen 2017

Finanzkennzahlen der 13 HRM1-Gemeinden
Finanzkennzahlen der 67 HRM2-Gemeinden
 

Statistische Mitteilungen und Daten aus früheren Jahren

Datenabfrage und thematische Karten

beedata - Kennzahlenabfrage mit Filterfunktionen und grafischen Auswertungen (Kantonskarten)
Die Gemeindefinanzstatistik-Software Beedata ermöglicht den Abruf der Kennzahlen auf Gemeindeebene und bietet verschiedene Filterfunktionen. Im System stehen Daten ab 2008 (und teilweise 2007) bis auf Ebene Einzelkonto zur Verfügung. Zudem sind Grafiken in Form von thematischen Karten zu den Kennzahlen in beedata abrufbar.

Erhebung und Begriffe

Die Gemeindefinanzkennzahlen werden seit dem Jahr 2003 durch den Kanton erhoben. Grundlage dazu bildet §12 des Gesetzes über den Finanzausgleich der Politischen Gemeinden (Thurgauer Rechtsbuch 613.1).

Informationen zur Erhebung der Gemeindefinanzkennzahlen finden Sie unter:

Erläuterungen zur Berechnung und Aussage der Kennzahlen:

Weitere Informationen

Finanzverwaltung des Kantons Thurgau
www.finanzverwaltung.tg.ch

Gemeindefinanzkennzahlen der umliegenden Kantone
Vergleiche mit anderen Kantonen sind nur eingeschränkt machbar, da Besonderheiten der einzelnen Kantone Auswirkungen auf die unterschiedlichen Kennzahlen haben.
Kanton St. Gallen
Kanton Zürich
Kanton Schaffhausen

Konferenz der Kantonalen Aufsichtsstellen über die Gemeindefinanzen (KKAG)
http://www.kkag-cacsfc.ch/

Indikatorensystem MoniThur
Indikator W3.2 Nettoschuld pro Einwohner